Grundschüler planen beim Spielplatz mit

Grundschüler planen beim Spielplatz mit

Rund 30 000 Euro investiert die Gemeinde Piesport über einen Zeitraum von vier Jahren in ihre nur mehr drei statt bisher fünf Spielplätze. Bei der Planung sind auch die Vorstellungen der Grundschüler gefragt.

Piesport. An Ideen mangelt es den Jung-Planern nicht. Wochenlang haben sich knapp 30 Zweitklässler damit beschäftigt, wie der Spielplatz neben der Piesporter Grundschule attraktiver zu gestalten wäre. "Das hohe Baumhaus hab' ich gebaut", macht Nico im Modell auf die an einen Baum montierte lange Rutsche mit Tunnelröhre aufmerksam. Ebenfalls hoch hinaus will die achtjährige Maja - allerdings mit einer "Springrutsche". Sie springe so gerne, begründet sie. Caroline setzt hingegen auf Vielfalt: Ihr Modell bietet neben einer Rutsche eine Kletterwand mit Halterungen "zum Hangeln". Die Fantasie der Kinder spiegeln zudem Ideen wie das von Anna angeregte Labyrinth, Julias Geisterbahn oder Alenas Seilbahn. Während einige ihre Vorstellungen alleine in ein Modell umgesetzt haben, stellen andere Teamarbeit vor. So wie Florian, der mit zwei Mitschülern für ein zweites Baumhaus verantwortlich zeichnet.Ortbürgermeister Karl Heinz Knodt ist bei einem Besuch der Klasse beeindruckt: "Ihr habt euch viel Mühe und Arbeit gemacht." Allerdings könne die Gemeinde nicht alle Ideen verwirklichen, dämpft er die Erwartungen. Die Spielgeräte des Modells passten nicht alle auf die vorhandene Fläche. Außerdem sei die Gemeinde an Vorgaben gebunden, die zum Beispiel die Montage von Eigenbau-Geräten unmöglich machten. "Aber wir wollen versuchen, das einigermaßen so hinzubekommen, wie ihr das haben wollt", verspricht er. In jedem Fall realisiert werden sollen neben der vorhandenen Kletterburg eine Seilbahn sowie Klettergerüst und Doppelschaukel.Klassenlehrerin Angela Heil lobt das Engagement der Schüler. "Die Kinder haben sehr fantasievolle, aber auch realistische Ideen entwickelt." Außerdem seien sie mit viel Verantwortungsbewusstsein an die Planung herangegangen und hätten ihre Modelle ohne Hilfe angefertigt. Anfangs sei zwar auch ein Schwimmbad angeregt worden. Doch nach Gesprächen hätten die Schüler ihre Wunschliste reduziert. Für Heil hat das Projekt den Schülern viel gebracht. Es seien nicht nur kunsthandwerkliche Fertigkeiten geschult worden. Für die Modell-Proportionen seien auch Mathematikkenntnisse gefragt gewesen. Außerdem habe das Zusammenarbeiten die soziale Kompetenz der Kinder geschult.Laut Schulleiter Klaus Weller hatte schon vor einigen Jahren eine Lehrerin die Idee, mithilfe der Kinder die Spielplätze der Gemeinde zu optimieren. Hintergrund der Aktion ist laut Knodt die Reduzierung der öffentlichen Spielplätze von bisher fünf - "mehr oder weniger gepflegten" - auf drei. Für deren Ausstattung habe der Gemeinderat über drei Jahre 20 000 Euro zur Verfügung gestellt. Im kommenden Jahr sollten weitere 10 000 Euro fließen.

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