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Grundschulsanierung in Morscheid beginnt im Sommer

Weniger Zuschüsse als erwartet : Sanierung der Grundschule Morscheid beginnt im Sommer

Im Ausschuss der Gemeinde Morbach hat es bei aller Freude über den bevorstehenden Start der Arbeiten an einer Grundschule viel Diskussionsbedarf gegeben.

Das Bild ist ungewöhnlich: Statt im Sitzungssaal des Rathauses tagt der Bau- und Liegenschaftsausschuss der Gemeinde Morbach im Festsaal der Baldenauhalle. Wo sich sonst bei Großveranstaltungen bis zu 700 Menschen tummeln, reichen aufgrund der Abstände, die wegen der Corona-Krise eingehalten werden müssen, rund 20 Menschen an jeweils einem separaten Tisch, um den halben Saal zu füllen. „Es sind ungewöhnliche Zeiten und ungewöhnliche Räume“, kommentiert Bürgermeister Andreas Hackethal die Rahmenbedingungen der Sitzung. Dort starten die Mitglieder des Gremiums mit einem lang ersehnten Projekt. Denn das Land hat die Zuschüsse für die Sanierung der Grundschule in Morscheid zugesagt. Allerdings ist die Förderung des insgesamt rund 1,9 Millionen teuren Projekts nicht so hoch ausgefallen, wie sich der Bürgermeister das erhofft hat. „Wir können mit der Förderhöhe nicht einverstanden sein. Ich hätte mir eine höhere Förderung gewünscht“, sagt er über die Gespräche mit dem Land, die in „sehr intensiver Form“ stattgefunden hätten. Lediglich 500 000 Euro sind sogenannte zuschussfähige Kosten, die vom Land mit 60 Prozent und vom Kreis mit zehn Prozent gefördert werden. So hat die Gemeinde einen Eigenanteil von 1,5 Millionen Euro zu stemmen. Dieter Fuchs vom Architektur- und Ingenieurbüro Jakobs-Fuchs hat den Mitgliedern die Pläne detailliert erläutert. Dazu gehören der Brandschutz mit zwei Treppenhäusern, Lärmschutzdecken und die Barrierefreiheit, die durch einen Aufzug gewährleistet wird. Durch die Möglichkeit, den Unterricht während der Umbauzeit in das Gebäude der ehemaligen Grundschule Gutenthal zu verlagern, könne ohne Probleme zügig durchgearbeitet werden. Der Start der Arbeiten mit dem Umzug an den anderen Standort ist für Sommer 2020 vorgesehen. Wenn die Arbeiten wie geplant fortschreiten, soll die Rückkehr in das sanierte Gebäude nach den Herbstferien 2021 erfolgen.

Bei den Bauausschussmitgliedern gibt es trotz aller Freude darüber, dass es jetzt endlich losgeht, kritische Nachfragen. Was ist mit den Außenanlagen und mit dem Kanal, der sich gesenkt hat und verstopft war? Warum werden die 25 Jahre alten Fenster nicht ausgetauscht, und warum wird die Ölheizung nicht erneuert? Diese arbeitet noch und könne weitergenutzt werden, sagt Fuchs. Die Leitungen und Heizkörper in den Nutzräumen würden erneuert. Die Ölheizung sei der Motor, der bei einem Defekt ausgetauscht werden könne, zieht der Architekt einen Vergleich. Die Außenanlage sei nicht Bestandteil des Planungsauftrages gewesen. Der Abwasserkanal sei durch ein Brett verstopft gewesen, das entfernt worden sei, sagt Matthias Schabbach von der Verwaltung. Der Kanal sei in Ordnung, sagt Hackethal, und es gebe keine Veranlassung, davon auszugehen, dass dies nicht der Fall sei. Und auch die Fenster in Holz-Alu-Ausführung hätten noch eine gute Perspektive. Achim Zender, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler im Gemeinderat, kann die Forderung nachvollziehen, dass die „25 Jahre alten Fenster“ ausgetauscht werden sollen. „Das wird sich rächen“, befürchtet er. Zudem weist er auf Schäden an der Turnhalle hinter der Grundschule hin. An der Wetterseite seien Löcher im Putz, das Dach sei ebenfalls nicht in Ordnung. Die Turnhalle sei insgesamt in einem Zustand, den er nicht beschreiben wolle, sagt er. Zender: „Wir müssen schauen, inwieweit die Turnhalle berücksichtigt wird.“