Gut gesichert zur Schule und Tagesstätte

Gut gesichert zur Schule und Tagesstätte

Seit vielen Jahren finden polizeiliche Landes-Kontrolltage mit unterschiedlichen Schwerpunkten statt. Zum Schulbeginn nahm die Polizeiinspektion Bernkastel-Kues (PI) die Beachtung der Anschnallsicherheit im Auto ins Visier. Der stellvertretende PI-Leiter Klaus Herrmann kontrollierte mit seinen Kollegen Katja Hoffmann, Walter Maibaum und Dietmar Schon die ankommenden Fahrzeuge vor der Schule und der Kindertagesstätte in Maring-Noviand.

Maring-Noviand. (mbl) Frühmorgens um sieben Uhr: Vor Schule und Kita in Noviand stehen zwei Polizeiwagen. Sie werden neugierig von einer Gruppe von Schulkindern beäugt, die mit Ranzen bepackt zur Schule eilen. Nach und nach fahren Eltern mit dem Auto vor und lassen ihre Sprösslinge aussteigen. Ein kurzer Blick ins Auto-Innere zeigt der Polizei, ob Fahrer und Kinder entsprechend gesichert sind und der Anschnallpflicht nachkommen. Mit einem freundlichen "Guten Morgen" halten Herrmann und seine Mitarbeiter die Autos an und erklären die frühmorgendliche Kontroll-Aktion. Die erste Familie erhält ein Lob für ihre ordnungsgemäße Anschnallpraxis. Das ist zwar erfreulicherweise in den überwiegenden Fällen so - aber eben nicht immer. "Da kann ich gar nichts machen, die schnallen sich immer wieder sofort ab", ist ein Vater in Erklärungsnöten für die Tatsache, dass Sohn und Tochter "frei" in ihren Schalen sitzen. Unsichere Blicke folgen den Beamten - doch die Polizei als dein "Freund und Helfer" ermahnt und klärt geduldig über die großen Gefahren auf, denen besonders die unangeschnallten Jüngsten selbst bei kleinsten Bremsmanövern oder Unfällen ausgesetzt sind. Einsichtig zeigen sich die Fahrer, denn sie wissen schon, was sie - aus welchen (Zeit-)gründen auch immer - versäumt haben. Eine Aufklärungsbroschüre mit Sicherheitsinfos soll den Fahrzeughaltern wichtige Hilfestellung geben für die richtigen Sicherungs-Schutzmaßnahmen im Auto. Der Fahrzeugführer ist grundsätzlich dafür verantwortlich, dass seine Mitfahrer ordnungsgemäß gesichert sind. "Auch wenn wir in Zeitdruck sind, anschnallen ist bei uns immer angesagt", betont eine Mutter. In einem anderen Auto wird Papa ermahnt - aber nicht von der Polizei, sondern von seinem Nachwuchs. "Bevor wir Erwachnsene nicht auch angeschnallt sind, gibt es kein grünes Licht fürs Losfahren", freut sich der Vater über die Aufmerksamkeit seiner Kinder. Aber nicht nur die Anschnallpflicht selbst ist Grund zu Lob oder Beanstandung: Liegt der Gurt zu hoch, sitzt das Kind zu tief, kann der Schulranzen, der lose auf dem Rücksitz liegt, zum Wurfgeschoss werden - all das bedeutet zusätzliches, vermeidbares Gefahrenpotenzial. "Ich finde die Kontrolle mit freundlicher Aufklärung in Ordnung", gesteht eine berufstätige junge Mutter, deren Kinder zwar perfekt in ihren Kindersitzen auf der "sicheren Seite" fahren, die aber selbst in frühmorgendlicher Eile den Gurt nicht angelegt hat. "Ich weiß", sagt sie, fast schon entschuldigend.Die Bilanz der morgendlichen Aktion: Bei 24 kontrollierten Fahrzeugen gab es sechs Beanstandungen. "In rund drei Wochen sind wir an gleicher Stelle wieder präsent", sagt Herrmann. Dann wird sich hoffentlich zeigen, dass die Aufklärungsaktion zu mehr Sorgfalt beigetragen hat. "Denn jedes Kind, das ungesichert mitfährt, ist eines zu viel", betont Herrmann.SICHERHEIT Mehr als 15 000 Kinder verunglücken jährlich als Mitfahrer im Auto. Bei einem Aufprall von nur 50 Kilometer Geschwindigkeit werden nichtgesicherte Kinder mit einer Wucht nach vorne geschleudert, die einem Sturz aus der vierten Etage eines Hauses gleichkommt. Ungesicherte Kinder haben ein siebenfach höheres Risiko, schwere bis tödliche Verletzungen zu erleiden als solche, die ordnungsgemäß in Rückhaltesystemen gesichert sind.

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