Gutachten ist fast fertig

Vegetationsperioden wurden abgewartet, Gutachten-Pakete geschnürt, mehrfach - bislang ohne Ergebnis - angekündigt: Wie ist der aktuelle Stand in Sachen Skihalle auf dem Idarkopf bei Stipshausen?

Stipshausen. Ins Skihallen-Projekt auf dem Idarkopf - 170 Millionen Euro sollen investiert werden - kommt Bewegung: In wenigen Wochen soll der von der Beltheimer Planer-Firma "Con2Re" in Auftrag gegebene und bereits mehrfach angekündigte Abschlussbericht des Bopparder Büros für Städtebau und Umweltplanung "Stadt-Land-plus" vorliegen, das in erster Linie Naturschutzaspekte unter die Lupe genommen hat. Davon geht Bürgermeister Wolfgang Becker im Gespräch mit der Presse aus. "Das Gutachten ist fertig und muss nur noch formal überarbeitet werden. Das ist zumindest mein Informationsstand." Wenn das Gutachten-Paket geschnürt ist, erhält die SGD Nord (rheinland-pfälzische Struktur- und Genehmigungsdirektion) die Unterlagen und entscheidet dann übers weitere Vorgehen. Bereits im Sommer 2006 hatte es bei der SGD Nord ein Gespräch gegeben, in dem erste Ergebnisse mit den Planern erörtert wurden: Der Fortsetzung der Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Studie stehe nichts im Weg, hieß es damals. Erst nach deren Analyse ergibt es Sinn, ins Raumordnungsverfahren einzusteigen. Fläche liegt im Naturpark Saar-Hunsrück

Die vom Skihallen-Projekt tangierte Fläche liegt in der Kernzone des Naturparks Saar-Hunsrück, im Vorranggebiet Grundwasserschutz, im ausgewiesenen Wasserschutzgebiet II, im Natura-2000 FFH-Gebiet, im Vorranggebiet Biotop- und Artenschutz sowie im Kernraum Wildkatzenpopulation Idarwald. Insofern geht Bürgermeister Becker davon aus, dass die EU-Kommission das Projekt hinsichtlich der Einhaltung der FFH-Richtlinien kritisch unter die Lupe nehmen wird: "Deshalb bewerte ich das Vorgehen der Planer als absolut in Ordnung. Es ist nicht sinnvoll, solche Gutachten auf die Schnelle zu produzieren, die dann unvollständig und letztlich nicht bewertbar sind." Fakt sei aus seiner Sicht, dass die Skihalle einen Eingriff in die Natur darstelle: "Dieser Hang war früher Waldgebiet, dann wurde wegen der Skipiste gerodet. Mittlerweile ist sie eine sogenannte Bergmähwiese von hohem ökologischem Wert. Andererseits sehe ich kein Problem, hier eine Ausgleichsfläche zu schaffen." Außerdem stelle sich die Frage, was passieren könnte, wenn die Skihalle nicht gebaut und der Skibetrieb am Idarkopf irgendwann vielleicht einmal komplett eingestellt werde: "Dann sitzen wir auf eben dieser Bergmähwiese und dürfen dort als Kommune überhaupt nichts machen." Nach wie vor optimistisch ist Arno Feldenz von der Firma "Con2Re": "Mit Blick aufs Gutachten liegen wir in den letzten Zügen. Tourismus, Fauna und Flora - die entscheidenden Bereiche wurden sehr sorgfältig abgedeckt. Wir haben auf alle Fragen eine Antwort und für alle Probleme eine Lösung. Wir sind guter Dinge - sonst würden wir das Ganze sicher nicht machen."