Gute Ideen und konkrete Projekte
Vor ziemlich genau einem Jahr fiel in Morbach der offizielle Startschuss für einen Prozess der nachhaltigen Gemeinde-Entwicklung. Unter dem Oberbegriff "Morbach 2015" befassten sich örtliche Fachleute erstmals mit der Zukunft der Einheitsgemeinde. Mit den ersten Ergebnissen ist Bürgermeister Gregor Eibes sehr zufrieden.
Morbach. (iro) Anlässlich der ersten öffentlichen Veranstaltung in diesem Zusammenhang am Mittwoch, 16. Januar, um 19.30 Uhr im Bürgersaal Gutenthal zieht Bürgermeister Gregor Eibes im TV-Interview eine erste Bilanz. Vier Arbeitskreise, die als Ideenschmiede fungieren, tagen seit einem Jahr. Wie bewerten Sie den bisherigen Verlauf?Eibes: Ich bin sehr zufrieden. Wir haben nicht nur theoretisch diskutiert, sondern haben in den einzelnen Arbeitskreisen ganz konkrete Projekte auf den Weg gebracht.Können Sie Beispiele nennen?Eibes: Gemeinsam mit den Arbeitskreisen Bauen sowie Energie und Umwelt haben wir unser bisheriges Förderprogramm zur Stärkung und Sanierung der Ortskerne neu gefasst und ein weiteres Programm zur Energie-Einsparung und zur Nutzung erneuerbarer Energien neu aufgelegt.Mit welchem Ergebnis?Eibes: Mit einem Super-Ergebnis. Die 200 000 Euro, die wir für 2008 vorgesehen haben, sind nahezu aufgebraucht. Insbesondere nachgefragt wurden Zuschüsse für Photovoltaik-Anlagen. Immerhin wurden hiermit bereits Investitionen von rund einer Million Euro ausgelöst. Das ist ein konkretes Projekt aus dem Arbeitskreis Bauen. Gibt es weitere Beispiele?Eibes: Aus dem gleichen Arbeitskreis noch ein Beispiel: Die Architekten in der Gemeinde, die ja im Arbeitskreis bereits mitarbeiten, haben sich darüber hinaus bereiterklärt, sich zu einem Architektenbeirat zusammenzuschließen, um unsere Arbeit besser begleiten zu können.Erneuerbare Energien genießen in der Morbacher Kommunalpolitik einen hohen Stellenwert. Gibt's denn in dem Bereich noch neue Ideen?Eibes: Wir wollen endlich den Schritt wagen und die bisherige positive Entwicklung in der Energielandschaft möglichst weitreichend auf die gesamte Gemeinde ausstrahlen lassen. Hieraus ist die Idee entstanden, unseren Eigenbetrieb Forst über den Holz-Lieferanten hinaus zum Energie-Lieferanten weiterzuentwickeln. Was macht die Zusammenarbeit "Schule und Wirtschaft", über die der TV bereits berichtet hat?Eibes: Zusätzlich zu seiner Kooperation mit der Hauptschule will das Unternehmen Papier Mettler künftig bereits den Schülerinnen und Schülern der vierten Grundschul-Klassen das Thema Technik näher bringen, in dem es mit Hilfe ihrer Auszubildenden im Unterricht anhand von praktischen Beispielen technische Abläufe darstellt. Auch Besuche der Klassen in der Ausbildungswerkstatt der Firma sind geplant. Was ist denn mit dem Vorschlag des Jugendparlamentes, in Morbach ein Haus der Jugend nach Wittlicher Vorbild einzurichten?Eibes: Eigentlich haben wir das Thema vor zwei Jahren abgehandelt, als wir mit Daniel Schäfer einen Ansprechpartner für Jugendliche im Rathaus geschaffen haben. Aber ich stehe der Diskussion offen gegenüber. Dass wir neue Räumlichkeiten brauchen, davon bin ich allerdings wegen der aus meiner Sicht gut geeigneten "Teestube" schwer zu überzeugen. Von den Jugendlichen zu den Kindern: Was macht das geplante Betreuungskonzept?Eibes: Wir wollen eine möglichst flexible Betreuung für alle Kinder von null bis 14 Jahren erreichen. Aufgabe des kurz vor der Fertigstellung stehenden Betreuungskonzepts wird es sein, diese Zielsetzung zu erfüllen, um unseren Bürgerinnen und Bürgern eine höchstmögliche Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu gewährleisten.Können nur die Mitglieder der Arbeitskreise Ideen einbringen?Eibes: Nein, gute Ideen sind immer gefragt. Bürgerinnen und Bürger, die Vorschläge haben, können sie zu jeder Zeit, aber auch beispielsweise gerne heute Abend in der Veranstaltung in Gutenthal äußern. Das TV-Interview führte Ilse Rosenschild.