Gute Stube für Schauren

Schauren will mit einem Projekt zwei Ziele erreichen: Aus der leer stehenden früheren Schule soll ein Gemeinschaftshaus werden.

Schauren. (kuk) Alles deutet darauf hin, dass Schauren bald ein Gemeinschaftshaus bekommt. Zu diesem Zweck soll die ehemalige Schule umgebaut werden. Die Pläne, die der Ortsgemeinderat bereits diskutiert hat, sollen in einer Einwohnerversammlung am Mittwoch, 6. August, 20 Uhr, vorgestellt werden. "Wir wollen hören, was die Bürger davon halten", sagt Bürgermeister Manfred Ströher.

Der Bedarf für ein solches Gemeindezentrum ist aus seiner Sicht da: In Schauren mit seinen rund 550 Einwohnern fehlt ein größerer Raum für Feste, private Feiern und Veranstaltungen. Die gute Stube soll dadurch entstehen, dass der ehemals größte Schulsaal um den Technikraum und einen Teil der jetzigen Küche erweitert wird, sodass dort bis zu rund 120 Gäste Platz finden.

Dem Bürgermeister ist sehr daran gelegen, "dass sich die Gemeinde durch dieses Projekt nicht verschuldet". Rund 450 000 Euro wird das Vorhaben voraussichtlich kosten. Bei einem Zuschuss von 40 Prozent aus dem Investitionsstock des Landes und einer mit 30 000 bis 40 000 Euro veranschlagten Eigenleistung würde die Rechnung mit den vorhandenen Rücklagen der Gemeinde aufgehen. Auch eine geringe Verschuldung in einer Größenordnung von 20 000 Euro wäre für Ströher akzeptabel.

Nachdem die Schule 1972 geschlossen worden war, wurde das Gebäude mit den dafür gebauten Unterkünften ab 1976 an die Stadt Dortmund für Ferienmaßnahmen mit Jugendlichen verpachtet. Danach war es zunächst vom Sportbund der Ruhrgebiets-Metropole genutzt worden, ehe es dann noch eine Zeit lang privat betrieben wurde. Jetzt verwaltet die Gemeinde das Areal, das in diesem Jahr noch rund zehn Gruppen belegen. Ein Gewinn lässt sich damit nicht machen: "Das reicht nur, um die Kosten zu decken."

Ungewiss ist indes, was mit einem Raum mitten im Ort geschieht, in dem über Jahrzehnte größere Veranstaltungen stattfanden: Der Saal Hissung wurde seinerzeit mit dem gleichnamigen Gasthaus an ein Ehepaar verkauft, das dort die Pizzeria Lucia eröffnete. Nun steht das Anwesen leer.

Manfred Ströher vermutet, dass der Komplex mit dem sanierungsbedürftigen Saal irgendwann zwangsversteigert wird. Viele Schaurener hoffen, dass die Gebäude nicht auf Dauer leer stehen und verfallen.