Gute Vorsätze: Vom Kuschelkurs bis zum Werwolf-Fang

Das neue Jahr steht unmittelbar bevor. Und die guten Vorsätze haben Hochkonjunktur. Michael Suska, Finanzchef im Thalfanger Rathaus, will entscheidungsfreudiger werden. Der Mann wird seit Anfang September als Bürgermeister-Kandidat in Rhaunen gehandelt.

Er hat sich fest vorgenommen, bis zum Abend des 7. Juni zu entscheiden, ob er in den Ring steigt. Dann haben die Bürger dort ihren neuen Rathaus-Chef gewählt.

Generell fürchte ich ja, dass die Kommunalpolitik 2009 langweiliger wird. Zum Beispiel in Morbach: Die Fraktionen fahren ja gerade einen regelrechten Kuschelkurs. Wenigstens einmal im Jahr haben sich die Herrschaften im Gemeinderat heftig wegen des nicht vorhandenen Jugendpflegers gezofft. Und jetzt haben sie einstimmig beschlossen, einen einzustellen. Da kann ich mir bei den Haushaltsreden ja künftig die Fingernägel lackieren.

Und bei den Nachbarn in Thalfang sieht es auch nicht besser aus. Ach so, das wisst ihr noch gar nicht. Der Rebell aus Neunkirchen will umschulen: auf Förster. Nachdem das Dorf aus dem Revierverbund mit den Nachbardörfern ausgeschieden ist, ist dort eine Försterstelle frei. Eine verlockende Aussicht für den Dorf-Häuptling Richard Pestemer. Da, mitten im Wald, widerspricht ihm ja keiner. Und er kann endlich mal einstimmige Beschlüsse durchsetzen.

Gute Vorsätze hat auch die neue Chefin im Hunsrückhaus. Almuth Brandstetter hat gemerkt, dass sie mit Bierbrau-Kursen und Bilderausstellungen allein nicht mehr Publikum anlocken kann. Aber inzwischen hat sie den Dreh raus. Zum Beispiel die Krippenausstellung, die früher kurz vor Weihnachten endete und jetzt bis 11. Januar läuft. Wenn man einfach noch ein paar Tage dranhängt, kommen die Leute schon. Das Patentrezept lässt sich auf andere Projekte ummünzen. Den Oster- und Künstlermarkt verlängert sie bis Pfingsten und das Sommerfest bis in den Herbst. Ein ähnliches Problem hat Brand stetters Kollege, Gisbert Geisler, am Tiergehege bei Kempfeld. Es soll unbedingt attraktiver werden. Michael Pinter vom Morbacher Hunsrückverein will ihm unter die Arme greifen. Das Projekt selbst hat allerdings noch höchste Geheimhaltungsstufe: Nicht nur Rehe, Füchse und Wildkatzen sind im Tiergehege am Fuß der Burg zuhause. Künftig soll es auch der Werwolf sein, der sich - sicher selten, aber immerhin ab und zu - in der Region sehen lässt. Wer also Geisler und Pinter demnächst nachts im Dunkeln mit einem Fangnetz sieht, bitte nicht stören!

Was ich mir vornehme für 2009? Naja, mein Hermann meint, ich solle weniger vorwitzig sein und nicht überall meinen Senf dazugeben. Dabei mach' ich das doch gar nicht, oder? Einen guten Rutsch wünscht Eure

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