Guter Start ins Neue Jahr

SPRINGIERSBACH. Am Sonntag begeisterte das Neujahrskonzert des Musikkreises Springiersbach mit dem Debussy-Trio München die Zuhörer. Das Trio präsentierte im Kloster Springiersbach ein abwechslungsreiches Programm, das vom Barock zur klassischen Moderne, von der Oper bis zum Tango reichte.

Ebenso unterhaltsam wie das aufgeführte Programm ist die Entstehungsgeschichte des Trios. Der Name geht zurück auf eine Aufführung einer 1915 entstandenen Sonate von Debussy - in der damals außergewöhnlichen und auch heute noch bemerkenswerten Besetzung Flöte, Viola und Harfe. Bei den Proben zu dem Stück lernten sich die Musiker Bettina Fuchs (Flöte), Günter Pretzel (Viola) und Rosmarie Schmid-Münster (Harfe) kennen und beschlossen, auch in Zukunft zusammen aufzutreten und geeignete klassische Werke für diese Besetzung zu finden und zu bearbeiten. Wie gut dieses musikalische Konzept funktioniert, stellte das Debussy-Trio im gut besuchten Kapitelsaal des Klosters Springiersbach unter Beweis. Das Konzert begann mit der Sonate in D-Dur des französischen Barockkomponisten Jean Marie Leclair, deren leichter und lyrischer Charakter das Publikum auf die Debussy-Sonate - eben jene, die dem Trio seinen Namen verlieh - vorbereitete. Mit technischer Brillanz und viel Gefühl brachte das Trio dann auch die Klangfarben in Debussys Sonate zum Leuchten und machte deutlich, warum es seinen Namen im Wappen führt. Beschlossen wurde die erste Hälfte des Konzerts mit der Umarbeitung der Ouvertüre der Oper "Die diebische Elster" von Rossini. Hier konnten die drei Musiker nicht nur mit virtuosen Partien glänzen, sie schafften es auch, einen Opernsaal samt Orchester vor dem inneren Ohr des Publikums entstehen zu lassen.Emotion, Charme und schräger Humor

Der zweite Teil des Konzertes hatte den Schwerpunkt spanische Folklore und umfasste vorwiegend tanzgeprägte Kompositionen wie Tangos von Isaac Albeniz und Astor Piazzolla. Den Höhepunkt bildete jedoch die ergreifende Trauermusik "Pavane pour une infante défunte" von Maurice Ravel, die durch die Emotionalität und Sensibilität des Vortrags keinen der Zuhörer unberührt ließ. Zugabe und Ausklang bildete ein jiddisches Lied von Alfred Kaiserswerth, dessen Charme und schrägem Humor sich niemand entziehen konnte, so dass man feststellen muss: Das neue Jahr hat gut angefangen - lasst es so weitergehen.