Händler klagen: Zu wenige Kunden

Die Standbetreiber sind unzufrieden mit dem Besuch des neuen Wochenmarkts vor dem ehemaligen Bernkastel-Kueser Bahnhof. Stadtbürgermeister Wolfgang Port will in Kürze mit den Händlern über Verbesserungsmöglichkeiten sprechen.

Bernkastel-Kues. "Anlass zum Jubeln haben wir hier alle nicht." Dieses Resümee von Standbetreiber Manuel Wittal aus Gonzerath gibt die Stimmungslage der Marktbeschicker auf dem neuen Bernkastel-Kueser Wochenmarkt wieder.
Seit März findet der Markt, der 2008 bereits zum zweiten Mal eingestellt worden war, wieder jeden Samstag auf dem Vorplatz des Alten Bahnhofs in Kues statt. Die meisten Händler sind mit dem Umsatz unzufrieden. "Wir haben zu wenig Kunden", sagt Ulrike Felzen von der Bäckerei Ruf und ergänzt: "Die Leute gehen vorbei, wenn überhaupt welche kommen." Gegen elf Uhr sind ihre Auslagen noch reich bestückt.
Nur am ersten Tag viel los


"Nur am ersten Tag war richtig Betrieb", sagt Imker Axel Braband aus Kesten. Einige Händler wie ein Hähnchenbräter und ein Likörstandbetreiber hätten sich schon vom Markt verabschiedet. Zudem fehlten weitere Angebote. "Wir bräuchten noch Blumen und Fisch", sagt er. Da die Einheimischen wegblieben, sei der Markt am Sterben. "Wenn sich nichts ändert: höchstens noch einen Monat", lautet Brabands düstere Prognose.
Jürgen Bernhard von der Landmetzgerei Wolf hat schon einige Stammkunden, die wegen der Qualität seiner Produkte zu ihm kommen, "aber das überwiegende Publikum hier sind Touristen", sagt er. Der Obst- und Gemüsehändler Hermann-Josef Petry aus Wederath ist hingegen zufrieden: "Wenn es so bleibt, lohnt es sich", sagt er. Allerdings sollte der Markt größer werden, um mehr Kunden anzuziehen, schlägt er vor. Er habe schon Touristen gehört, die sich gefragt hätten, ob das alles sei.
Und offensichtlich fragen sich das nicht nur Touristen. Dunja Kröner aus Andel kauft alle drei Wochen auf dem Markt ein. "Schade, dass er nicht größer ist, ich vermisse Blumen", sagt sie. Doch Besserung ist in Sicht. Diethard Fuchs aus Klausen hat sich den Markt am vergangenen Samstag angeschaut und spontan angekündigt, sich ab August beteiligen zu wollen.
Neben den fehlenden Kunden beklagen die Händler mangelnde Betreuung durch die Stadt. "Letzte Woche hatten wir kein Wasser, heute kein Wasser und keinen Strom", sagt Braband.
Dazu kann Stadtbürgermeister Wolfgang Port nichts sagen. Er sei nicht informiert worden, meint er. Port ist nach eigener Aussage bestrebt, das Angebot auf dem Markt zu verbessern. Doch seien zusätzliche Standbetreiber schwer zu bekommen. "Einige wollen samstags nicht, andere sind schon woanders im Einsatz", sagt er. Ideal wären drei oder vier Frequenzbringer.
Einen Grund für das Ausbleiben der Kunden sieht er im schlechten Wetter der vergangenen Wochen. Allerdings könne man nicht alles aufs Wetter schieben, sagt Port. Letztendlich seien es die Bernkastel-Kueser, die mit ihrem Einkaufsverhalten entscheiden würden, ob der Markt erfolgreich sei. Port: "Es ist ein Kulturangebot an die Bevölkerung." Werbung werde genügend gemacht. Das sieht Helene Louven aus Lieser ähnlich. Sie kauft Gemüse, Obst und Honig auf dem Markt und meint: "Es ist schon ärgerlich, dass die Leute das Angebot so wenig nutzen."
Stadtbürgermeister Port will in den nächsten Wochen mit den Standbetreibern besprechen, wie die Situation zu verbessern ist. Iva Menzel von der Entwicklungsagentur Bernkastel-Kues appelliert an das Durchhaltevermögen der Marktleute. Sie sagt: "Nach vier Monaten hat sich das noch nicht im Einkaufsverhalten der Leute festgesetzt."