Hahn-Abwasser: Jetzt Strafanzeige

ENKIRCH. Der erneute Störfall auf dem Flughafen Hahn – am 10. März war verschmutztes Abwasser in den Waschbach geleitet worden – wird den Gemeinderat Enkirch und den VG-Rat Traben-Trarbach beschäftigen. Beide Gremien tagen in der kommenden Woche.

Die Verbandsgemeinde diskutiert gar über strafrechtliche Konsequenzen. Unterdessen hat ein Enkircher Bürger Anzeige wegen Gewässerverunreinigung gestellt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. "Das ist kein Zustand. Wir müssen die Einwohner in Enkirch schützen." Dies sagt der Sprecher der CDU-Fraktion im VG-Rat Traben-Trarbach, Gerald Caspari. Er und seine Fraktionskollegen wollen, dass sich der VG-Rat erneut mit der Wasserversorgung beschäftigt. Die CDU-Fraktion hat daher für die Sitzung am Mittwoch, 29. März, im Teerstegenhaus in Enkirch einen Antrag eingebracht. Sie will, dass die "strafrechtliche Verantwortung hinsichtlich der verschiedenen Störfälle geklärt wird"."Ortsbürgermeister muss Farbe bekennen"

Einen Tag zuvor, am Dienstag, 28. März, 19.30 Uhr, tagt im Gemeindehaus auch der Gemeinderat Enkirch. Auch hier will die CDU-Fraktion im Gemeinderat Aufklärung zu dem neuesten Störfall. Fraktionssprecher Roland Bender: "Der Gemeinderat und der Ortsbürgermeister müssen Farbe bekennen und die zuständigen Behörden endlich zum Handeln zwingen." Roland Bender hat persönlich am 15. März bei der Staatsanwaltschaft Trier Anzeige wegen des Verdachts einer Gewässerverunreinigung erstattet. Darin heißt es unter anderem: "Als Bürger der Gemeinde Enkirch bitte ich die Staatsanwaltschaft, die strafrechtliche Verantwortlichkeit einzelner Personen, Firmen oder Dienststellen (Genehmigungsbehörden) im Hinblick auf die Verschmutzung des Waschbaches und Gefährdung der Trinkwasserversorgung Enkirch durch Einleitung von Abwässern mit einem CSB-Wert (CSB: Chemischer Sauerstoffbedarf) von mehr als 50mg/l zu klären." Hahn fährt Abwasser mit Lastzügen zu Kläranlagen

Zur Erinnerung: Am 10. März war erneut ein Regenrückhaltebecken am Flughafen Hahn übergelaufen, der Flughafen hatte daraufhin mit Genehmigung der SGD Nord große Mengen Oberflächenwasser der Start- und Landebahn mit einem CSB-Wert von 132 mg/l in den Waschbach eingeleitet (der TV berichtete). Dieser Bach mündet in den Ahringsbach, aus dem Enkirch teilweise sein Trinkwasser bezieht. Nach TV-Informationen fahren zurzeit vier Mal täglich zehn bis 15 Tanklastzüge, gefüllt mit jeweils etwa 20 000 Liter Abwasser des Flughafens Hahn, zu mehreren Kläranlagen in der Region. Der Flughafen bestätigt auf TV-Anfrage, dass sechs Kläranlagen angefahren werden. Darüber hinaus sei geplant, weitere Kläranlagen anzufahren. Die Kläranlage Wittlich nimmt täglich 280 000 Liter Hahn-Abwasser auf, die Kläranlage Simmern 300 000, die Kläranlage Idar-Oberstein 200 000, die Kläranlage Hermeskeil 90 000, die Kläranlage Herrstein 80 000 und die Kläranlage Dill 80 000 Liter. Unterdessen laufen, so der Hahn, die Planungen für den Bau der neuen Kläranlage Kyrbachtal bei Bärenbach, die ab 2008 die Abwässer des Flughafens aufnehmen soll. Der Enkircher Ortsbürgermeister Karl-Heinz Weisgerber bemüht sich jetzt, "alle Beteiligten an einen Tisch zu bringen, um gemeinsam eine Lösung zu finden". In einem Brief an Ministerpräsident Kurt Beck bittet er darum, "auf die Entscheidungsträger einzuwirken".j

Mehr von Volksfreund