Hahn-Golfer suchen neuen Standort

Seit über zehn Jahren wird auf dem Gelände des Flughafens Hahn Golf gespielt. Doch weil der Airport seitdem rasant gewachsen ist und es weitere Expansionspläne gibt, muss die Anlage weichen. Der Golf-Club Hahn ist auf der Suche nach einem anderen Standort.

Flughafen Hahn. Helmut Junker ist derzeit ein gefragter Mann. Orts- und Verbandsbürgermeister haben in den vergangenen Wochen bei dem Simmerner Unternehmer wiederholt angerufen und ihm Gelände angeboten - Gelände für einen neuen Platz des Golf-Club Hahn e.V. Hunsrück, dessen Vorsitzender Junker ist. Noch lochen die rund 420 Clubmitglieder auf der 35-Hektar-Anlage auf dem Flughafen Hahn ein. Doch die Hahn Campus Management GmbH (HCM), eine hundertprozentige Tochter der Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH, braucht die Fläche für eine andere Nutzung, weil der Airport nach wie vor auf rasantem Wachstumskurs ist. Der Golfclub hat mehrere Angebote von Kommunen bereits gesichtet. Unter anderem waren die Freizeitsportler bereits in Niedersohren, in Horbruch, auf der Briedelerheck und in Gemünden. Vor- und Nachteile der Standorte hat der Club, der sich gegenüber HCM in einer "komfortablen Rechtsposition" sieht, aufgelistet: Bei dem einen Platz erwarten die Golfer eine sehr lange Planungszeit, beim anderen stören sie sich an einem hohen Pacht- beziehungsweise Kaufpreis, bei einem weiteren ist die Planungssicherheit das Problem. Unter den Interessenten ist auch die Moselgemeinde Wintrich. Ulf Hangert, Bürgermeister der VG Bernkastel-Kues, verweist auf einen entscheidenden Pluspunkt des Wintricher Geländes. Hangert: "In Wintrich haben wir alle baurechtlichen Voraussetzungen bereits erfüllt, ein Investor könnte morgen mit dem Bau beginnen." Das Gelände biete außerdem Expansionsmöglichkeiten, falls der Platz von der derzeitigen 9-Loch-Anlage auf eine 18-Loch-Anlage vergrößert werden soll. Hangert hat mit Junker bereits mehrere Gespräche geführt. Dabei verwies Junker aber stets auf einen Nachteil: Wintrich liegt etwas abseits. Viele Clubmitglieder kommen aus Simmern/Rheinböllen, eine kürzer Entfernung wäre ihnen lieber. Laut Junker hat der Golfclub bereits eine Machbarkeitsstudie für einen möglichen Golfplatz in Horbruch in Auftrag gegeben. Die Studie bezahlt HCM. Auch gebe es, so Junker, "potenzielle Investoren" für einen Golfplatz inklusive einer Hotelanlage.Neben der VG Bernkastel-Kues hofft auch die VG Traben-Trarbach, den Zuschlag für den Golfplatz zu bekommen. Laut VG-Chef Ulrich K. Weisgerber gibt es geeignete Flächen in den Ortsgemeinden Lötzbeuren, Enkirch und Traben-Trarbach. Ideal aus der Sicht Weisgerbers sei aber ein Gemeinschaftsprojekt beider Verbandsgemeinden.