"Halten Sie Abstand"

IDAR-OBERSTEIN. (rm) Weil er "unwissend" Drogen in die Dominikanische Republik geschmuggelt hat, wurde ein Mann aus dem Raum Idar-Oberstein jetzt zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt - ein halbes Jahr weniger als in der ersten Verhandlung.

Fast 500 000 Ecstasy-Tabletten hatte ein Mann aus Idar-Oberstein selbst und durch Kuriere in die Dominikanische Republik und die USA schmuggeln lassen (der TV berichtete). Dafür wurde er zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren und neun Monaten verurteilt. Einer der Kuriere ging in Berufung, weil er vom Amtsgericht drei Jahre Freiheitsstrafe bekommen hatte. Ein anderer Kurier, der zwei Mal mit den Schmugglerkoffern in die Dominikanische Republik geflogen war, habe lediglich zweieinhalb Jahre bekommen. "Das kann nicht angehen, dass mein Mandant, der nur einmal flog, sechs Monate mehr bekommt", erklärte der Verteidiger. Schon im Vorfeld der Hauptverhandlung hatten sich Staatsanwaltschaft,Verteidigung und der Vorsitzende Richter Benno Henrich verständigt. So war denn auch schon nach zehn Minuten die Beweisaufnahme geschlossen. Zwei Jahre Freiheitsstrafe sei die Mindeststrafe bei der Einfuhr von Betäubungsmittel in nicht geringer Menge, erklärte Henrich. Dieses Maß sei aber in diesem Fall bei weitem überschritten worden. "Da müssten sie mit zweieinhalb Jahren doch gut leben können", so der Richter zum Angeklagten.Koffer mit "Arzneien" geschmuggelt

Im Sommer 2002 habe der Hauptangeklagte gefragt, ob er günstig Urlaub in der "DomRep" machen wolle, hatte der Straßenbauer in der Verhandlung ausgesagt. Bedingung sei gewesen, einen Koffer mit "Tierarzneimitteln" mitzunehmen. Dass sich in dem doppelwandigen Behälter Drogen befunden hätten, damit habe er nicht gerechnet. "Halten Sie in Zukunft Abstand von solch zweifelhaften Geschäften", gab Henrich dem Angeklagten, der sich seit November in Untersuchungshaft befindet, mit auf den Weg. Der Angeklagte und die Staatsanwaltschaft nahmen das Urteil an.