Hand in Hand für Prävention

WITTLICH. "Wer nichts tut, macht mit", so hieß der Slogan im Sommer, als landesweit für Kriminalprävention geworben wurde. In Wittlich will man etwas tun, deshalb soll der Ausschuss für Soziales-, Jugend-, Sport und Ordnungsangelegenheiten die Aufgaben eines Präventionsforums übernehmen.

Kommune, Bürger und Polizei sollen gemeinsam in einem "kriminalpräventiven Forum in der Stadt Wittlich" aktiv werden, so die Grundidee, über die der Stadtrat zu beraten hatte (derTV berichtete). An der Idee wird in kleinerem Rahmen auf CDU-Antrag festgehalten, denn der CDU-Vorschlag, diese Aufgabe im Ausschuss für Soziales-, Jugend-, Sport und Ordnungsangelegenheiten zu integrieren, fand die Ratsmehrheit. Nur eine Handvoll Wittlicher Bürger verfolgte die Diskussion, in der es eigentlich um sie ging: Ihr Sicherheitsgefühl und was die Stadt dafür tun kann, dass es sich verbessert, und auch, dass es dabei bleibt, dass Wittlich als sichere Stadt gelten kann. Bürgermeister Ralf Bußmer sagte einleitend: "Meine Damen und Herren, Prävention ist die Aufgabe des Bürgermeisters - das habe ich früher als Leiter der Kriminalinspektion immer erzählt." Nun hatte der Rat zu entscheiden, wie man in der Stadt Wittlich dieses Thema anpacken will. Dazu referierten im Jugendheim St. Bernhard unter anderem Romeo Faustmann von der PI Wittlich und Gerd Schneider von der Kripo. Schneider bescheinigte: "Man kann zu Recht sagen, dass Wittlich eine sichere Stadt ist", was er auch mit Zahlen aus der Kriminalstatistik belegte. Er wies aber darauf hin, dass der landesweit erste Rauschgifttote in diesem Jahr aus Wittlich stamme: "Es scheint, dass Heroin eine Rolle spielt." Ins Umfeld der Rauschgift- und der damit verbundenen Beschaffungskriminalität fielen möglicherweise auch die relativ häufigen Einbruchsdiebstähle im Industriegebiet Wittlich.Langfristiges Arbeiten für ein Sicherheitsgefühl

Romeo Faustmann sagte: "Die wichtigsten Zahlen für die Bürger sind die bei Bedrohung oder Körperverletzung. Dabei haben wir eine Aufklärung von 85 Prozent." Kirmes, Fastnacht,Oktoberfestzelt-Zeit nannte er als Anlässe und betonte, dass die Polizei generell nicht die Symptome behandeln könne, was beispielsweise eine Sicherheitspartnerschaft leisten könne. Dabei verwies er auf das positive Beispiel "Runder Tisch Bombogen", das mit seiner langfristigen, präventiv ausgerichteten Arbeit helfe, dass "der Schlange, der man den Kopf abgeschlagen" habe, derselbe nicht nachwachse. Bürgermeister Bußmer betonte abschließend: "Das, was uns täglich berührt, das beeinflusst das Sicherheitsgefühl." Und er machte noch einmal deutlich, dass das subjektive Sicherheitsgefühl oft nicht mit den objektiven Fakten übereinstimme: "Ab 55 Jahre plus spürt man die größte Verunsicherung." Dabei seien die Menschen mit der geringsten Angst, nämlich junge Männer zwischen 20 und 30, häufiger Opfer. Der Stadtrat beschloss, kein eigenes kriminalpräventives Forum für Wittlich ins Leben zu rufen, sondern diese Arbeit zukünftig als eine Aufgabe des Ausschusses für Soziales-, Jugend-, Sport und Ordnungsangelegenheiten zu betrachten. Die jährlichen Kosten bezifferte Bürgermeister Bußmer auf 2000 bis 4000 Euro.