Handarbeit ist angesagt

PIESPORT. Die Grundschule in Piesport bekommt neue Jalousien. Allerdings müssen sie per Kurbel betätigt werden. Und der VG-Rat bekommt bald eine Abrechnung des Neujahrsempfangs. Das hat Bürgermeister Hans Werner Schmitt versprochen.

Das Hickhack in der Verbandsgemeinde Neumagen-Dhron hat dazu geführt, dass der kommunalpolitsche Alltag untergeht. In der jüngsten Sitzung in Piesport wurde in dieser Richtung erneut ein Anlauf gemacht, der zum Teil aber auch anders verlief als in vergleichbaren Parlamenten. Zum wiederholten Mal stand zur Debatte, ob 26 Fenster der Grundschule in Piesport, die im zweiten Jahr als Ganztagsschule läuft, mit Außen- oder Innen-Jalousien gegen starke Sonneneinstrahlung geschützt werden. Der Rat einigte sich auf Außenjalousien. So weit, so gut. Danach ging es an die Frage, ob diese Jalousien elektrisch in Bewegung gesetzt werden oder per Hand. Da die Elektroversion nicht gefördert wird, votierte die große Mehrheit des Rats für Handarbeit. Das ließ Ratsmitglied Klaus Weller, Rektor der Piesporter Grundschule, nicht ruhen. Die Toilettenanlage in der St.-Helena-Grundschule in Neumagen-Dhron sei mit einer Automatik versehen worden. Keiner der dortigen Kollegen müsse also eine Hand rühren. Das Kollegium in Piesport müsse nun aber wertvolle Zeit herschenken, um die Jalousien hoch- oder runterzukurbeln. "Das ist nicht verhältnismäßig", sagte er, erntete allerdings eher Unverständnis im Saal. Zum wiederholten Male forderte der VG-Rat von Bürgermeister Hans Werner Schmitt eine Abrechnung für den Neujahrsempfang Ende Januar. Schmitt hatte dies bisher mit der Aussage verweigert, es stünden noch Zuschüsse aus. In der Ratssitzung teilte er mit, dass ein Zuschuss der Sparkasse Mittelmosel Eifel-Mosel-Hunsrück mittlerweile eingegangen sei. Nach Auskunft von Winfried Gassen vom Sparkassenvorstand hat sein Institut in der Tat 1500 Euro überwiesen. Bereits im Januar seien auf Schmitts Wunsch 1000 Euro Vorschuss bezahlt worden. Die 2500 Euro sind aber keine außergewöhnliche Zuwendung. Alle Verbandsgemeinden im Einzugsgebiet der Sparkasse erhalten für kulturelle Zwecke pro Jahr 2500 Euro aus Mitteln der Sparkassenstiftung. Wie das Geld verwendet wird, liegt, so Gassen, im Ermessen der Kommunen. Ein zugesagter Betrag des zuständigen Mainzer Ministeriums stehe noch aus, sagte Bürgermeister Schmitt. "Es war ein gewagtes Spiel", gab der Verwaltungschef zu. Er könne aber bereits sagen, dass die Veranstaltung einen Überschuss erbracht habe, der in die Jugendarbeit investiert werde. Dass der VG-Rat vehement die Abrechnung fordert, hat seinen Grund. Den Neujahrsempfang hatte Schmitt ohne Zustimmung des Gremiums organisiert. Ob es zu einer Neuauflage kommt, muss Schmitt offen lassen. "Das liegt am Wahlvolk", sagte er. Das entscheidet, wie berichtet, am 3. Dezember, ob der Verwaltungschef im Amt bleibt. Ein Großteil des Rats und der Verwaltung hat ihm aus "sachlichen und menschlichen Gründen" die Gefolgschaft aufgekündigt.