Handlungsbedarf in Zentrumsnähe

Morbach · Anhand einer Bestandsaufnahme haben Stadtplaner der Bevölkerung Schwachstellen in den Straßen rund um den Morbacher Ortskern aufgezeigt. Im Februar sollen die Bürger Vorschläge zur Verbesserung machen. Ab Sommer können Hausbesitzer Anträge auf Förderung stellen. Wie hoch diese sein wird, steht noch nicht fest.

Morbach. Wie profitieren die Bürger vom Dorfentwicklungsprogramm für den Zentralort Morbach? Darüber haben der Morbacher Bürgermeister Andreas Hackethal sowie Reinhard und Christine Bachtler vom Büro BBP Stadtplanung und Landschaftsplanung aus Kaiserslautern 75 Neugierige in der Morbacher Baldenauhalle informiert. In den Bereichen, die an den Morbacher Ortskern angrenzen, gebe es Handlungsbedarf, sagt Christine Bachtler.
Handlungsbedarf sieht sie bei diversen Immobilien in der Hebegasse, aber auch in den Bereichen Gerberweg und Breitwiese. Es handele sich dabei um "wichtige Gebiete", die die Verbindung vom Ortskern zu den Gewerbegebieten schaffen, sagt sie. Beispiel Gerberweg: Dort sei die Struktur "zerfleddert", die Nutzung mit abgestellten Autos und Grünflächen passe nicht zum nahe gelegenen Ortskern. Aus dem Publikum kommen weitere Anregungen zur Verbesserung von Missständen: Die Straßenlampen entlang der Bernkasteler Straße beleuchten die Straße und nicht den Gehweg, bemerkt ein Zuhörer. Zudem sei die Schulstraße problematisch, weil es dort keinen Bürgersteig gebe und die Kinder auf der Straße zur Grundschule gehen müssten. Die Saarstraße gehört nicht zum vorgesehenen Sanierungsgebiet, was eine Zuhörerin zu der Frage bewegte, ob eine dort leer stehende Gaststätte nicht ins Sanierungsgebiet aufgenommen werden kann.Keine Ausweitung


Doch einer Ausweitung der vorgesehenen Flächen erteilen Stadtplaner und Bürgermeister eine Absage. "Es ist nicht so viel Geld da, um alles zu fördern", sagt Reinhard Bachtler. Wie geht es weiter? Im Februar sollen die Bürger in Arbeitskreisen Gelegenheit bekommen, Vorschläge zur Verbesserung der Infrastruktur zu machen. Im Sommer sollen den Bürgern dann bei einer Abschlussveranstaltung Details zu den Fördermöglichkeiten erklärt werden. Durch die Förderung sollen Privatleute ermutigt werden, ihre Immobilien zu modernisieren. Zwei Möglichkeiten sind denkbar: Zum einen will die Gemeinde eine Richtlinie erlassen, nach der die Eigentümer Fördergeld bis zu einem bestimmten Prozentsatz und einer Höchstsumme erhalten können. Beides muss der Gemeinderat noch festlegen.
Insgesamt will die Gemeinde 2,1 Millionen Euro zu den Modernisierungen hinzuschießen. Darin sind 1,4 Millionen Euro enthalten, die das Land als Zuschuss in Aussicht gestellt hat. Die zweite Möglichkeit der Förderung sind steuerliche Vorteile durch eine höhere Abschreibung.

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