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Hans-Peter Linz: Currywurst und Wein? Fein!

Auslese : Currywurst und Wein? Fein!

Zu feinen Weinen gehört bekanntermaßen feines Essen. Jedenfalls hört man das immer, wenn man mal in Kulinariker-Kreisen verkehrt. Da kann der Käse oder der seltene Fisch gar nicht teuer genug sein, um ihn mit ebenso teuren und edlen Weinen zu genießen.

Auf dem Gaumen spielt sich dann eine Symphonie der Aromen ab, die die Geschmacksknospen geradezu jubilieren lässt.

 So schön, so gut. Und das macht ja auch Freude, auch wenn es einem zuweilen ein wenig abgehoben vorkommt. Aber muss das eigentlich immer so sein? Darüber grübelte ich, als ich neulich in Bernkastel in einem Kult-Imbiss eine Currywurst verspeiste. Es war eine grundehrliche Currywurst, frisch gebraten, vom Metzger mit ordentlicher selbstgemachter Sauce und einer Prise Curry komplettiert. In ihrem Gefolge waren Pommes mit Majo und ein Brötchen.

Sie war bissfest und cross, gab dann aber nach dem ersten Biss mit jener Weichheit nach, die schon fast an Schwammigkeit heranreicht und so charakteristisch für eine Currywurst ist. Ich trank dazu eine Cola und dachte: Warum soll ich eigentlich die pikanten Curry-Wurst-Aromen mit einer süßen Cola ersticken? Warum nicht mal einen Riesling dazu trinken? Gesagt, getan.

Das nächste Currywurst-Essen fand dann zuhause mit einer Currywurst-To-Go statt – schlichtweg, weil im heimischen Keller die entsprechende Weinauswahl dafür vorhanden war. Und siehe da: Die fruchtigen Rieslinge von der Mosel passen ganz großartig zur Currywurst, solange sie möglichst frisch sind. Ältere Weine können den scharfen und dominanten Aromen der Currywurst eher weniger standhalten.

Auch ein frischer Winzersekt passt recht gut.

Zum Wohl!

hp.linz@volksfreund.de