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Hans-Peter Linz zur erneuten Absage des Weinfestes in Bernkastel-Kues

Weinfest der Mittelmosel : Die Öffnungsperspektive fehlt

Während die Impfkampagne weiterläuft und sich eigentlich Optimismus breit machen sollte, rudert die Bundesregierung zurück und will die „epidemische Lage nationaler Bedeutung“ über den Juni hinaus bis in den Herbst verlängern.

Besorgte Virologen warnen bereits vor einer vierten Welle im Sommer.

Dennoch fahren manche Bundesländer ihre Beschränkungen zurück, die einen mehr, die anderen weniger. Auch die Grenzen werden geöffnet. Wer nach Belgien zum Kurzurlaub fährt, wird erleben, dass man der Pandemie dort etwas entspannter begegnet als das derzeit hier in Deutschland der Fall ist. Insgesamt ist die Lage unübersichtlich, auch weil die Regeln in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich sind.

Die Planer von großen Festen wie zum Beispiel dem Weinfest der Mittelmosel brauchen aber eine lange Vorlaufzeit, um die entsprechenden und damit auch rechtskräftigen Verträge mit Schaustellern, Security und vielen weiteren Beteiligten abzuschließen. Die aktuelle Situation macht das aber unmöglich. Bernkastel ist kein Einzelfall: Auch in Trier scheiterte das mit   Stars wie Campino oder Helge Schneider geplante „Porta hoch drei“-Festival. Das Open-Air musste abgesagt werden, da mit mehr als den aktuell erlaubten 250 Gästen zu rechnen war.

Es ist ärgerlich, dass die Bundesregierung nicht in der Lage ist, eine klare und vor allem etwas längerfristige Öffnungsperspektive vorzulegen, die überall gilt. Natürlich unter Berücksichtigung der gesundheitlichen Risikos und der entsprechenden Hygiene-Konzepte. Das wäre im zweiten Corona-Sommer das Mindeste, was die Bürger erwarten können. Diesen zweiten Ausfall des Weinfestes der Mittelmosel wird die Region zwar verkraften, aber es wird dadurch schwieriger, im nächsten Jahr wieder eine vergleichbare Veranstaltung anzubieten. Wer weiß, ob all die Schausteller diesen zweiten Saison-Ausfall wirtschaftlich überhaupt überstehen und ob man sie nächstes Jahr wieder buchen kann?

hp.linz@volksfreund.de