Haushalt mit dickem Minus

STARKENBURG. (mm) "Das Gebot der Stunde heißt Sparen", so kommentierte Ortsbürgermeister Heinz Wagner die Beratungen im Rat über den Etat 2004. Denn nach einem ausgeglichenen Haushalt 2003 weist der Haushalt 2004 der Gemeinde Starkenburg wieder ein Defizit aus.

"Der Starkenburger Verwaltungshaushalt ist in der Einnahme auf 96 106 Euro, in der Ausgabe auf 126 274 Euro festgesetzt. Das bedeutet ein Defizit in Höhe von 30 l68 Euro, das sind 31,39 Prozent des Gesamtvolumens", nannte Wagner die Eckdaten des Etats. Amtsrat Frank Koch von der VG-Verwaltung Traben-Trarbach erläuterte dem Gremium anschließend das Zahlenwerk. Mitentscheidend für das hohe Defizit ist, so Koch, der gravierende Rückgang beim Gemeindeanteil an der Einkommensteuer um zirka 10 000 Euro auf jetzt 41 960 Euro. Diese Zahlen basieren auf der Steuerschätzung vom November 2003. Die Mindereinnahmen für die Gemeinde Starkenburg, die sich durch das geplante Vorziehen der Steuerreform ergeben, bezifferte Koch auf zirka 5500 Euro. Auf der Einnahmenseite erhöht sich im Etat die Summe der Schlüsselzuweisungen zwar um zirka 6000 Euro auf 12350 Euro. Diese Steigerung entspricht jedoch nicht der Höhe, wie sie notwendig wäre, so Koch. Bei den Ausgaben schlägt unter anderem die Aufstellung des Bebauungsplanes zur Erweiterung des Baugebietes "Auf'm Rech" mit 6000 Euro zu Buche. Bei den Umlagen sind bei der Kreisumlage bei unverändertem Umlagesatz Ausgaben von 33 900 Euro in den Etat eingestellt, bei der VG-Umlage steigern sich die Ausgaben durch die Erhöhung des Umlagesatzes auf 43,45 Prozent von 38 980 auf nunmehr 40 360 Euro. Der Vermögenshaushalt schließt in den Einnahmen und Ausgaben mit 12 300 Euro ab. Da die Gemeinde über keine Rücklagen mehr verfügt, da diese für den Ausgleich des Haushaltes 2003 benötigt wurden, ist eine Verschuldung nicht zu vermeiden. Der voraussichtliche Schuldenstand beträgt zu Beginn des Jahres 15 541 Euro und wird aufgrund der Kreditaufnahme am Ende des Haushaltsjahres voraussichtlich auf 27 241 Euro anwachsen. Trotz dieser negativen Etatentwicklung stimmte der Rat dem Haushaltsplan 2004 einstimmig zu. Zur Genehmigung standen weiterhin die Forstwirtschaftspläne für 2004 an. Der Einblick von Forstamtmann Wilhelm Simon in die Situation auf dem Holzmarkt und die Preisentwicklung zeichnete ein düsteres Bild. Die lange Trockenheit in den Sommermonaten habe einen starken Käferbefall begünstigt, so dass in den Wäldern hohe Schäden entstanden sind. Wegen des damit einhergehenden Preisverfalls habe der Forsthaushalt 2003 anstatt mit dem geplanten Überschuss von 123 Euro mit einem Defizit in ähnlicher Höhe abgeschlossen. Ein noch größeres Minus ist im nächsten Jahr zu erwarten. Laut Simon sind im Forsthaushalt 2004, der vom Gemeinderat einstimmig verabschiedet wurde, Einnahmen von insgesamt 586 Euro vorgesehen. Das bedeutet ein Defizit in Höhe von 498 Euro.

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