Hausnamen und "verlorene" Wörter

Noch liegt jede Menge Arbeit vor dem Team, das sich für die für 2010 anvisierte Herausgabe einer Hundheimer Chronik engagiert. Was bisher schon recherchiert und zusammengestellt wurde, kann sich schon jetzt sehen lassen.

Hundheim. (urs) Die historischen Schulfotos haben interessierte Bürger schon einmal in Augenschein nehmen können. Bei dem vom Heimatverein initiierten Mittsommerfest hat sich die Ausstellung als Publikumsmagnet erwiesen. Ebenso wie die auf den ersten Blick vielleicht etwas trocken wirkenden Textseiten mit "Hausgeschichte". Bei etwas näherem Hinsehen hat sich dann doch gezeigt, dass sich dahinter eine Art Einwohnerbuch verbirgt, das - verwoben mit den Hausnamen des Ortes - für so manchen sehr aufschlussreich ist.

Die spannende Lektüre ist Rudolf-Vitus Schabbach zu verdanken, bekannt als Autor der "Hott". Für die Hundheimer Chronik, die im nächsten Jahr erscheinen soll, wird er nämlich nicht nur die Geschichte der Mühlen an der Dhron zur Verfügung stellen. Er mache vielmehr "die Hauptarbeit", betont Petra Schommer, zweite Vorsitzende des Heimatvereins, dem das Niederschreiben der Geschichte des Ortes ein Anliegen ist. Schabbach, den im Dorf alle nur "Rolf" nennen, zeichne "inhaltlich und wissenschaftlich" verantwortlich und übernehme sogar Gestaltung und Layout. Beweggrund dafür ist, dass beide Elternteile des 1938 in Düsseldorf geborenen und heute in Brey am Rhein lebenden Chronisten aus Hundheim stammen. Der Künstler R. O. Schabbach, der das Fest mit einer Performance bereicherte (der TV berichtete), ist sein Neffe.

Dass er einen ersten Kontakt zu Edgar Reitz hergestellt hat, dem gebürtigen Hundheimer "Heimat"-Regisseur, freut Rudolf-Vitus Schabbach besonders. Reitz habe ihm bereits geantwortet.

Parallel dazu läuft seine Suche nach "verlorenen" Hundheimer Wörtern, bei der ihm Hundheimer Bürger nach bestem Wissen helfen. Schließlich wollen sich alle im Ort irgendwie einbringen bei dem Projekt. Selbst die Kinder, die sich als Interviewer auf den Weg machen, um herauszufinden, wie die Menschen früher im Dorf gelebt haben. Und auch etliche Erwachsene sind laut Petra Schommer derzeit eifrig am Schreiben. Dieses Projekt werde also "ein echtes Hundheimer Gemeinschaftswerk".