Heidenärger um Heidenburger Sportplatz

Heidenärger um Heidenburger Sportplatz

MORBACH/HEIDENBURG. Während die Heidenburger sich im Januar darüber freuten, dass Innenminister Karl Peter Bruch ihnen eine rasche finanzielle Unterstützung für die Sanierung ihres Sportplatzes zusagte, löste diese Ankündigung in Morbach Irritationen aus. Dort fürchtet man eine "Zwei-Klassen-Gesellschaft bei den Antrag stellenden Kommunen oder Vereinen".

Mitte Januar hatten die Heidenburger allen Grund zum Jubeln. Karl Peter Bruch stellte eine schnelle Förderung für die Sanierung ihrer Sportstätte als Modellprojekt in Aussicht. Ermöglichen wollte der Mainzer Innenminister dies mit einer Umstrukturierung der Sportstätten-Förderung. In der Einheitsgemeinde Morbach sorgten diese Aussagen für Unmut. "Wir gönnen den Heidenburgern ihren neuen Sportplatz", machte Achim Zender von den Freien Wählern in Morbach (FWM) deutlich. "Aber wir möchten schon wissen, warum sich andere Sportvereine hinten anstellen müssen und Heidenburg plötzlich zum Modell erklärt wird." Das ging der CDU-Fraktion in der Einheitsgemeinde ähnlich. Innerhalb der Gemeinde Morbach seien in den vergangenen Jahren ebenfalls mehrere Tennenplätze in Rasenplätze umgebaut worden, argumentierte Heribert Knob (CDU). Um dem "riesigen Antragsstau" im Förderprogramm "Goldener Plan" zu entgehen, seien die Baukosten auf eine Summe von 50 000 Euro gedrückt worden, um eine kurzfristigere Förderung durch das "Kleine Kreisprogramm" und den Sportbund zu ermöglichen. Beide Fraktionen fragen sich nun, wie es sein kann, dass die Heidenburger eine "sofortige Bewilligung als Modellprojekt, verbunden mit einer erhöhten Förderung" erhalten. Es könne nicht sein, dass durch die willkürliche Änderung oder Neuschaffung von Förderprogrammen eine "Zwei-Klassen-Gesellschaft bei den Antrag stellenden Kommunen oder Vereinen" entstehe. Sie hatten deshalb in der jüngsten Ratssitzung den Morbacher Bürgermeister gebeten, eine schriftliche Anfrage an Bruch zu richten, um klären zu lassen, über welches Programm und mit welcher Quote der Umbau in Heidenburg gefördert wird, woher die Mittel stammen und womit der Modellcharakter des Heidenburger Vorhabens begründet wird. Gregor Eibes kann den Unmut von CDU und FWM verstehen. Schließlich warte man bei einer Förderung durch den "Goldenen Plan" einige Jahre. Oder die Vereine müssten das Gesamtvorhaben erheblich abspecken und hohe Eigenleistungen erbringen. Der Bürgermeister wartet noch auf Post aus Mainz, während das Innenministerium gegenüber dem TV bereits Stellung nahm. Im Zusammenhang mit der Fußball-WM seien die Mittel für das Sonderprogramm für vereinseigene Sportanlagen auf 2,5 Millionen Euro angehoben worden. Die Herauslösung der Bäder aus den Investitionsmitteln für Sportstätten schafften nochmals "neue zusätzliche Handlungsspielräume", um Gemeinden und Vereinen bei der Sicherung der Sportinfrastruktur zu helfen. Bruch habe "aufgrund der besonderen Bedeutung des Platzes im sozialen Kontext der Gemeinde" in Heidenburg einer exemplarischen Sportförderung den Vorzug gegeben. Diese soll das "Verhältnis örtlicher Sportaktivitäten zur Entwicklung der sozialen Gemeinschaft beobachten und positiv unterstützen". Allerdings macht Bruch auch eine Einschränkung: "Eine grundsätzliche Förderung ist jedoch abhängig von der Platzierung des Projekts auf der noch neu zu erstellenden Prioritätenliste des Kreises, welche in den nächsten Wochen zu erwarten ist. Nach dieser Entscheidung vor Ort wird das Innenministerium die Förderung des Tennenplatzes erneut prüfen."