Heidenburg fordert Solidarität im Forstverband

Heidenburg fordert Solidarität im Forstverband

Der aktuelle Brennholzpreis und der Forsthaushalt sind im Ortsgemeinderat Heidenburg fast in den Hintergrund gerückt, als die Ratsmitglieder auf die Solidarität im Forstverband Büdlicherbrück zu sprechen kamen. Das Gremium behält sich eine Kündigung des bestehenden Systems vor.

Heidenburg. (doth) Das Bild eines Krankenhauses bemühte Berthold Jäger (SPD) in der jüngsten Sitzung des Ortsgemeinderates Heidenburg, um die Lage im Forstverband Büdlicherbrück zu beschreiben: "Wir hätten auch gerne die Chefarztbehandlung durch Revierförster Peter Meyer statt durch einen TPL."

Gemeint ist Schönberg, das nicht am TPL-System teilnimmt. Zur Erklärung: Der Technische Produktionsleiter (TPL), Jürgen Schmidt, übernimmt die Koordination von Waldarbeiter- und Unternehmereinsatz und steuert den Holzeinschlag und -verkauf für das gesamte Forstamt Dhronecken, das für eine Fläche von 500 Quadratkilometern zuständig ist.

Für das vergleichsweise kleine Revier Schönberg mit 179 Hektar Wald erledigt das Revierförster Meyer selbst, so will es der dortige Ortsgemeinderat. "Für die Gemeinde ist das unterm Strich kein Unterschied", machte der Revierleiter bei der Vorstellung des Forsthaushaltsplanes Heidenburg klar.

Immer größere Forstreviere



"Der TPL ist der Chefarzt", erläutert Forstamtsleiter Hans- Jürgen Wagner auf TV-Anfrage. Der Revierförster sei für den Waldbau zuständig. Mit dem Verkauf des Holzes beauftrage er normalerweise den TPL, der ebenfalls Förster ist. Bei immer größeren Revieren mache diese Lösung Sinn, so Wagner.

Für Ortsbürgermeister Dietmar Jäger steht jedoch fest: "Wenn sieben Gemeinden mit dem TPL arbeiten und eine nicht, finde ich das unsolidarisch." Diese Haltung führte zu dem Ratsbeschluss, dass Schönberg bis zur nächsten Forstverbandssitzung Zeit hat, sich dem TPL-System anzuschließen.

Sonst will sich auch Heidenburg nur noch vom "Chefarzt Meyer" behandeln lassen. Ein Termin für diese Sitzung steht noch nicht fest.

Günstiges Brennholz für Einheimische



Solidarisch mit der Bevölkerung zeigte sich der Rat bei der Festlegung des aktuellen Brennholzpreises: 28 Euro pro Raummeter für Einheimische und 30 Euro für Auswärtige.

Die Begründung von Ortsbürgermeister Jäger klingt logisch und vernünftig: "Wir können unseren Leute nicht die Nutzung erneuerbarer Energien predigen, um anschließend den Brennholzpreis zu erhöhen." Noch liegt der Erlös aus dem Forst für Heidenburg bei bescheidenen 4000 Euro. Bei anhaltend guter Konjunktur hält Revierförster Meyer jedoch den fünfstelligen Bereich für möglich.

Mehr von Volksfreund