Heidenburger Flüchtlingsinitiative sucht Helfer
Heidenburg · Seit vier Monaten kümmert sich die Heidenburger Initiative Flüchtlinge vor Ort um die meist syrischen Familien, die in dem Ort untergebracht sind. Doch ist weitere Unterstützung vonnöten.
Heidenburg. Aktiv sein für Flüchtlinge vor Ort, heißt es in Heidenburg. Rund zehn Helfer kümmern sich um die 24 Flüchtlinge, die in dem 700 Einwohner zählenden Dorf leben. Dreimal pro Woche geben ehrenamtlich Tätige jeweils zwei Stunden lang einen Sprachkurs für die Erwachsenen und die nicht schulpflichtigen Kinder.
Aufgrund des unterschiedlichen Niveaus werden die Sprachschüler in zwei Gruppen eingeteilt, so dass auch jeweils zwei Personen gebraucht werden. Zumeist sind es syrische Familien, die in leer stehenden Heidenburger Häusern, darunter auch dem Pfarrhaus, untergebracht sind, sagt Andrea Jäger. Doch werden weitere helfende Personen benötigt. "Wir wollen die Unterstützung auf möglichst viele Schultern verteilen. Für die einzelnen Helfer darf es nicht zur Belastung werden, sonst geht diesen irgendwann die Luft aus", sagt Jäger. Zum einen werden Kräfte für den Sprachunterricht und die wöchentliche Sprechstunde benötigt, bei denen die Flüchtlinge bei individuellen Problemen um Hilfe bitten können.
Eine wöchentliche Sprechstunde, die eine Ärztin in Heidenburg für die Flüchtlinge angeboten hatte, wird mangels Nachfrage aufgegeben. Weiterhin werden Personen für Fahrdienste nach Thalfang zum Einkaufen gesucht, denn in Heidenburg selbst gebe es nicht viel, sagen die Helfer bei einem Treffen. Die Busfahrkarten seien für die Flüchtlinge kaum erschwinglich: 3,80 Euro kostet die einfache Fahrt von Heidenburg nach Thalfang. Ein syrischer Familienvater, der bis vor kurzem noch in Berglicht gewohnt hatte, erzählt den Helfern, dass er seine Lebensmittelkäufe mit dem Fahrrad erledigt habe.
Mobilität sei überall ein Thema, sagt Tomasz Welke vom Dekanat Bernkastel-Kues. "An den Asylbewerbern wird das Problem deutlich, aber es betrifft auch Senioren", sagt er. Ein weiteres Problem ist die Kanalisierung von Hilfsgütern, von denen teilweise mehr gespendet werden als benötigt. Eine eigene Kleiderkammer ist für die wenigen Helfer kaum zu bewältigen, sagt Jäger. Doch auf Vorschlag von Welke soll ein Wunschbaum für die Flüchtlinge aufgestellt werden: Dort kann jeder von ihnen einen Zettel mit seinem Wunsch aufhängen. Wer diesen erfüllen möchte, nimmt den Zettel an sich. Aufgaben gibt es für die ehrenamtlichen Helfer zudem noch reichlich: Verbindungen knüpfen zur Flüchtlingshilfe Thalfang, eine Begrüßungsmappe erstellen, die Flüchtlinge in die heimischen Vereine bringen, um sie besser integrieren zu können. Jäger: "Zwei oder drei weitere Helfer wären schön." cst