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Heidrun Bernitt veröffentlich Buch über den Architekten Bruno Möhring

Kultur : Auf der Fährte des Architekten

Über ein Jahr hat Heidrun Bernitt an einer Gesamtübersicht der Werke Bruno Möhrings gearbeitet.

Heidrun Bernitt aus Bernkastel-Kues hat ihre Spurensuche über Bruno Möhring beendet und die Ergebnisse zusammengetragen. Ein Jahr lang hat die Diplom-Designerin täglich fünf bis sechs Stunden nach Gebäuden, Aufzeichnungen und Bildern der Gebäude des Jugendstilarchitekten gesucht und diese gesichtet.

Derzeit ist das daraus entstandene etwa 190 Seiten umfassende Werk im Verlag in Bearbeitung. Voraussichtlich im August soll der Band „Spurensuche“ in einer Auflage von 1000 Exemplaren erscheinen und im Oktober auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt werden.

Auf rund 180 Seiten gibt Bernitt eine Gesamtübersicht über Möhrings Werke, soweit die jeweiligen Gebäude über den Denkmalschutz auch dem Architekten zugeordnet werden. „75 Prozent des Materials sind Bilder“, sagt sie. Während ihrer Recherche haben sich einige interessante Neuheiten über Möhring ergeben. Entwürfe, die nicht realisiert wurden sowie weitere Projekte sind noch bis zuletzt aufgetaucht, wie Ende Februar ein Friedhof in Bitterfeld/Sachsen-Anhalt.

Und auch einige seiner Objekte sind erst im Laufe von Bernitts Spurensuche bekannt geworden, besonders im heutigen Polen. Zwischen 1910 und 1920 sei vieles in Schlesien entstanden. „Wir haben gemerkt, dass viel mehr existiert als bisher bekannt war“, sagt sie.

Dabei biete Traben-Trarbach, wo Möhring um die Jahrhundertwende viele Gebäude plante und errichtete, eine Besonderheit. „Die Traben-
Trarbacher Häuser tanzen aus der Reihe“, sagt sie. Denn nirgendwo sonst habe Möhring Gebäude so aufwendig gestaltet wie hier. An anderen Orten, wie Berlin und Oberhausen, habe er vielfach Einfamilienhäuser gebaut, meist zugeschnitten auf die Wünsche des jeweiligen Bauherrn.

Ausschlaggebend für die Popularität Möhrings könnte der Bau des Trarbacher Brückentors gewesen sein in Verbindung mit der Gestaltung eines Weinhauses auf der Weltausstellung in Paris, vermutet Bernitt. Diese Verbindung habe dafür gesorgt, dass Möhring an der Mosel bekannt wurde. „Ich glaube, ihm haben die Moselaner gefallen, weil sie experimentierfreudig waren“, sagt sie.

Das Buch „Spurensuche“ gibt zuerst eine Übersicht über die Vita des Jugendstilarchitekten. In den darauf folgenden Kapiteln werden Ausstellungsbeteiligungen Möhrings sowie Ingenieurbauten wie Brücken, Bahnhöfe und Maschinenhallen vorgestellt, gefolgt von Villen und Häusern, Siedlungsbauten, öffentlichen und gewerblich genutzten Gebäuden sowie Sakralbauten.

Großen Wert legt die Autorin auch auf die Vorstellung von Firmen, die mit Möhring zusammengearbeitet haben, wie beispielsweise Tischler und Schreiner.

Das Buch „Spurensuche“ über „Bruno Möhring -Architekt des Jugendstils“ zum Preis von 25 Euro kann ab sofort per E-Mail bestellt werden bei Autorin Heidrun Bernitt unter der mailadresse hjabernitt@googlemail.com. Liefertermin ist voraussichtlich August 2021.