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Heilfasten für den Kopf und andere Glaubensfragen

Heilfasten für den Kopf und andere Glaubensfragen

Trotz Hitze sind nahezu alle rund 100 Plätze im Greimerather Bürgerhaus besetzt gewesen. Markus Barths Comedy über die Mittdreißiger brachte das Publikum nicht nur zum Lachen, sondern auch ins Schwitzen.

Greimerath. Irgendwann mussten diese beiden Sätze fallen: "Mit Mitte 30 war Jesus schon auferstanden. Ich bin noch nicht mal tot." Die Probleme, Sorgen und das Lebensgefühl der Ü30-Generation sind für Markus Barth mit seinen 37 Jahren ein gefundenes Fressen. Mit der Ernährung steigt er ein: "Ich habe gestern das lustigste Gesicht der Welt gesehen", erzählt er. Sein Hund habe ihm das vermeintliche Steak vom Teller gestohlen, das aber aus Tofu war.
Was unternehmen die Menschen nicht alles, wenn sie merken, dass ihre Jugend doch nicht unvergänglich ist! Fahren mit dem Aufzug ins Fitnessstudio, um dort auf dem Stepper Treppenlauf zu simulieren. Oder Kohlenhydrate essen nur noch vor 18 Uhr. "Ich habe noch nie eine Kartoffel mit Armbanduhr gesehen, die gesagt hat: Oh, 18.12 Uhr - jetzt mach ich ihn fett", sagt Barth.
Auch wenn es gesund sein mag, er werde in seinem Leben kein Vegetarier mehr: "Mir kommt immer etwas dazwischen - meistens Fleisch." Da ist Barth von seinen fränkischen Wurzeln geprägt. In seinem Elternhaus habe Fleisch zu jeder Mahlzeit gehört. Als einer seiner Brüder sich als Vegetarier geoutet habe, habe der Vater "mit zwei Nürnberger Rostbratwürsten einen Exorzismus durchgeführt". Das sei eine gute Möglichkeit für sein homosexuelles Coming-out gewesen. Aber das habe gar nicht weiter interessiert.
Im gesetzteren Alter mache er nicht mehr alles mit, sagt Barth: "Seit drei Jahren lese ich keine Bild-Zeitung mehr. Das ist Heilfasten für den Kopf." Aber religiös werde er auch nicht mehr. "Ich glaube, der Islam hat dasselbe Problem wie die katholische Kirche: Frauen haben nichts zu melden." Weshalb das nicht gut sei? Napoleons Russland-Feldzug beispielsweise hätte es mit einer Frau nicht gegeben. "Sie hätte spätestens in Polen gesagt: Mir ist kalt." teu