Heilgöttin hat schon viele Freunde

WEDERATH/HUNSRÜCK. Seit gut eineinhalb Jahren existiert der Sirona-Weg. Obwohl noch keine detaillierte Karte von dem Weg erschienen ist, hat die 100 Kilometer lange Strecke bislang schon viele Freunde gefunden - unter Wanderern ebenso wie bei Rad- und Autofahrern. Auch im Archäologiepark Belginum macht sich das Interesse am Sirona-Weg bemerkbar.

Der Weg ist in vier Etappen bequem als Wanderung zu schaffen. Radler benötigen zwei Tage. Doch wie bei der legendären "Tour de France" hat auch der Sirona-Weg einen Prolog. Am ersten Tag sollte man unbedingt einen Abstecher zum Archäologiepark Belginum bei Wederath machen. Denn hier erfährt man alles Wichtige über das keltische und römische Kulturerbe der Region - auch über die Göttin, die dem relativ jungen touristischen Highlight ihren Namen gegeben hat. Durch die besondere Lage des Archäologieparks an der Schnittstelle von Ausonius- und Sirona-Weg hofft man auf Synergieeffekte. "Mittlerweile gibt es zahlreiche Nachfragen von Besuchern", weiß Museumsleiterin Rosemarie Cordie zu berichten. Im Archäologiepark ist auch ein Faltblatt ausgelegt. Noch in diesem Jahr sollen zwischen dem Museum und dem keltischen Gräberfeld Tafeln aufgestellt werden, die auf die Wanderwege verweisen. Dafür gibt es Fördergelder der EU. Der vor eineinhalb Jahren eröffnete Weg, initiiert vom ehemaligen Birkenfelder Landrat Wolfgang Hey, ist nach einer keltischen und römischen Quell- und Heilgöttin benannt. Sirona wurde übrigens symbolisch "hinter den Wald geschleppt", wie die Museumsleiterin schmunzelnd berichtet. Denn die Göttin, die heute als Galionsfigur für den Wanderweg jenseits der Kreisgrenze gilt, wurde bei Hochscheid, diesseits der Grenze, gefunden. Eine Replik des Originals, das im Landesmuseum in Trier zu sehen ist, steht heute am Rande einer Kreisstraße zwischen Hochscheid und Stipshausen und ist neben Belginum ein weiteres Bindeglied zwischen Ausonius- und Sironaweg. Die Stationen sollen in künftige Karten integriert werden. Die Strecke selbst verläuft von Altburg zu Altburg. Zu den bedeutendsten Ausgrabungsstätten nach dem Krieg in Deutschland gehört die Bundenbacher Altburg. Dort ist auch der Startpunkt der ersten Etappe. Hinter Rhaunen kommt man mitten im Wald zu einem 1:10-Nachbau einer typischen "Villa Rustica", wie sie die Römer mit Vorliebe an Südhängen errichteten. Ein paar Kilometer weiter bei Stipshausen ist endlich die Sirona zu sehen - in einem der Tempel, die den Weg als Info-Pavillon säumen. Der am besten untersuchte Burgwall in Hunsrück und Eifel ist der keltische Ringskopf bei Allenbach. Wenig später erreicht der Wanderer bei Siesbach den Bestattungsplatz einer vornehmen Treverer-Familie. Wichtige Anlaufadresse ist auch das Heimatmuseum in Birkenfeld mit einer Multimedia-Präsentation-Präsentation über "Die Welt der Kelten". Den Abschluss der Wanderung bildet die Altburg bei Weiersbach. Weitere Infos unter www.sirona.de

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