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Heiligkreuzkapelle und die der „Schwarzen Madonna“ in Wittlich in schlechtem Zustand

Denkmalschutz : 14 Notheilige unter neuem Dach - Sanierungsbedarf bei Wittlicher Kapellen

In Richtung Wittlicher Mundwald stehen zwei Kapellen: die Heiligkreuzkapelle und die der „Schwarzen Madonna“. An beiden gibt es vieles zu tun, aber wann die Arbeiten an den beiden Bauwerken starten können, ist derzeit noch nicht klar.

Grünspan überzieht die Kreuzigungsgruppe. Am Sockel darunter, auf dem die Beweinungsszene der schmerzhaften Muttergottes samt Engeln und weiteren Heiligen zu sehen ist, blättert die Farbe ab und Wachsspuren ziehen sich über den Stein.

In der quadratischen, dreiseitig offenen Heiligkreuzkapelle, in der das Kreuz steht, ist die hintere Außenmauer, auf der das geschweifte Haubendach aufliegt, in einem schlechten Zustand. Spuren von Feuchtigkeit sind deutlich erkennbar.

Für Leo Condne aus Wittlich, der den Weg oft entlang geht und ein Lichtchen in der Kapelle aufstellt, ist klar, was es zum Zustand der Kapelle zu sagen gibt: „Da ist dringend Handlungsbedarf. Da müsste mal ein Restaurator ran.“

Das hat er auch in der vergangenen Stadtratssitzung klar und deutlich formuliert. „Die Gruppe sieht sehr wertvoll aus und ist aus dem 17. Jahrhundert. Das Original steht im alten Rathaus.“, erklärt er weiter.

Auf die TV-Nachfrage bei der Stadtverwaltung zur Heiligkreuzkapelle sagt Pressesprecher Rainer Stöckicht, dass Dach und Außentreppe im Frühsommer repariert worden seien. „Die Außenmauer bedarf jedoch einer Überarbeitung. Diese Arbeiten sind aufgrund des Außenbewuchses jedoch nur zwischen Oktober und Februar zulässig.“

Fraglich ist seiner Meinung nach, ob das im Winter möglich sei, wegen der Auftragslage im Baugewerbe. Zu einer möglichen Sanierung der Skulpturen äußert er sich so: „Für eine etwaige Restaurierung müsste die Denkmalpflege und ein Diplomrestaurator hinzugezogen werden. Der finanzielle Aufwand hierfür wäre nicht unerheblich.“ Weiter sagt er: „Der aktuelle Zustand der Skulpturen rechtfertigt diesen Aufwand aus Sicht der Verwaltung zum jetzigen Zeitpunkt nicht und hätte sicherlich noch ein paar Jahre Zeit.“

An der Kapelle ist ein Schild angebracht, auf dem zu lesen ist, dass sie 1712 von Conrad Wolff erbaut worden ist und auch „Kapelle zu den 14 Nothelfern“ genannt wird.

Einige Meter unterhalb gibt es ein weiteres denkmalgeschütztes Heiligenhäuschen, das der Schwarzen Madonna gewidmet ist. Bei ihr stellt sich die Frage, wie sie zu ihrem Namen kommt, denn die Figur im Inneren ist hellbeige. Die geläufigste Erklärung für den Namen ist, dass sie zur Erinnerung an die Pestzeit 1650 erbaut worden ist, als die Pest auch „schwarzer Tod“ genannt wurde. 145 Menschen sind damals an der Pest in Wittlich gestorben.

An dieser Kapelle, in der die Jungfrau Maria mit Kind als Himmelskönigin dargestellt ist, die von der Heiligen Anna und dem Heiligen Josef begleitet wird, stehen ebenfalls Putz und Außenanstrich an. Diese Maßnahme ist von der Stadt geplant, wann sie ausgeführt wird, ist noch nicht klar.

2011 wurde die Kapelle der Schwarzen Muttergottes renoviert, unter anderem das Fundament gesichert. In Tschechien, Italien und Frankreich gibt es berühmte Wallfahrtsorte, in deren Kirchen schwarze Madonnen verehrt werden.

In diesem und den Jahren zuvor hat die Stadt Wittlich immer wieder in Kapellen und Wegekreuze investiert. Im Jahr 2020 wurden der Nikolauskapelle in Neuerburg Abdichtungs- und Malerarbeiten vorgenommen, in Höhe von rund 4000 Euro. In die Kapelle in Bombogen wurden knapp 1900 Euro investiert in Malerarbeiten, und in der Kapelle in Dorf wurden im Jahr 2017 ebenfalls Malerarbeiten für rund 2200 Euro ausgeführt.