Heimatblätter feiern Jubiläum

Der ´Hunsrücker Heimatverein feiert im Hunsrück-Museum im Simmerner Schloss das 150. jubiläum der Hunsrücker Heimatblätter. Das Heft befasst sich mit der Heimatgeschichte und erscheint seit September 1961 vier Mal im Jahr.

Simmern. Der Vorsitzende des Hunsrücker Geschichtsvereins, Fritz Schellack, hatte ins Hunsrück-Museum im Simmerner Schloss eingeladen, um bei einem Gläschen Wein die neuen, ausnahmsweise 90 Seiten umfassenden Hunsrücker Heimatblätter zu präsentieren. Mit dem Jubiläumsheft kann der Geschichtsverein auf die Herausgabe von 150 Heimatblättern mit Stolz zurückblicken.
1961 erschien das erste Exemplar


Im September 1961 erschien die erste Ausgabe. Seit September 1961, als das erste Heft in der Verantwortung des Nestors Gustav Schellack (1917-2006) herauskam, sind regelmäßig zwei bis vier Hefte pro Jahr erschienen, in denen die Heimatgeschichte auf insgesamt mehr als 6900 Druckseiten unter den Aspekten Allgemeine Geschichte, Chronologie, Orts- und Personengeschichte, Wirtschaftsgeschichte, Kunstgeschichte, Volkskunde und Numismatik sowie Natur und Geologie nach allen Richtungen hin durchforstet wurde.
Gustav Schellack geehrt


41 Jahre lang hat Gustav Schellack insgesamt 118 Hefte herausgegeben.
Seit 1999 unterstützte ihn sein Sohn Fritz Schellack dabei, der ab 2002 die Redaktionsleitung übernahm. "Dabei habe ich erfahren, welcher Anstrengungen es bedarf, Artikel zu sammeln, aufzubereiten und für einen ansprechenden Druck zu sorgen", so der heutige Vorsitzende. Gustav Schellacks Gesamtleistung über die Jahre hinweg und die durch ihn erreichte hohe Qualität der Beiträge, die seine Nachfolger zu erhalten bestrebt sind, schienen dem Vorstand berechtigter Anlass, das Heft Nummer 150 in besonderer Form seinen Freunden, Mitgliedern und Lesern vorzustellen.
In landeskundlichen Seminaren, in Universitätsinstituten und von vielen historisch Interessierten wurden die hier veröffentlichten Aufsätze und Berichte von Beginn an gern gelesen und in die eigene Arbeit einbezogen, wie dem Vorstand des Hunsrücker Gesichtsvereins wiederholt zur Kenntnis gebracht wurde. "Das erfüllt uns natürlich mit Stolz", betonte Fritz Schellack.
Es sollte allerdings nicht verschwiegen werden, dass es anfangs für die jeweiligen Redakteure nicht leicht war, genügend Autoren für entsprechende Beiträge zu gewinnen. "Heute ist das Gott sei Dank anders. Viele Autoren haben erkannt, dass es sich durchaus lohnt, in den Hunsrücker Heimatblättern einen Beitrag zu veröffentlichen." Das war auch bei diesem Jubiläumsheft so. Der Verein entschied, dass alle eingereichten Aufsätze komplett abgedruckt werden sollten. Dadurch hat das Jubiläumsheft den außergewöhnlichen Umfang von 90 Seiten.
Das Deckblatt schlägt mit dem Wiederabdruck des Fotos vom Schlossturm Gemünden auf dem ersten Heft, das Theodor Schauder aufgenommen hatte, und mit Werner Dupuis aktuellem Abbild des gleichen Motivs eine Brücke zu den Wurzeln des Vereins. Das wollen auch die Untersuchung von Achim R. Baumgarten zum "Kampf der Schenken von Schmidburg um die Reichsunmittelbarkeit der Herrschaft Gemünden” sowie Wolfgang Heinemanns und Rune-Marek Morschhäusers Untersuchungen zur neuesten Geschichte der Stadt Simmern erreichen.

Auswanderer nach Brasilien



Dieter Diether betrachtet das Gastronomiewesen in Rheinböllen, während Rudolf Zimmer die "Hunsrücker Butterbriefe” als historische Quellen erschließt. Hans Dunger schildert die Geschichte der beiden Kirchberger Marktbrunnen, und Helmut Kuhn bringt neue Erkenntnisse zur Auswanderung von Hunsrückern nach Brasilien in den 20ern.
Wie damals soll das Blatt einen Querschnitt durch die Heimatforschung bieten. Auch das nächste Heft, Nummer 151, ist fast komplett. Es wird dem Hunsrücker Filmschaffenden Edgar Reitz gewidmet. 90 Seiten stark ist die 150. Ausgabe der Hunsrücker Heimatblätter. red