Heimspiel – so lautet der Titel einer Ausstellung, die am Sonntag in der Casa Tony M. in Wittlich eröffnet wird.

Kunst : Kunst aus der Heimat für die Heimat

„Heimspiel“ lautet der Titel einer Ausstellung, die am Sonntag in der Casa Tony M. in Wittlich eröffnet wird. Gezeigt werden – natürlich – Werke des bekannten Wittlicher Künstlers. Ein besonderer Gast kommt eventuell auch.

Er kommt nach Hause, der berühmte Wittlicher Künstler Tony Munzlinger. Die Stadt widmet einem ihrer bekanntesten Söhne, der mittlerweile in Italien lebt, eine eigene Ausstellung. Und was böte sich da besser an, als diese in der nach ihm benannten Casa Tony M. am Wittlicher Marktplatz zu verankern.

Bei den ausgestellten Werken handelt es sich um 60 Leihgaben aus Privatbesitz oder von Firmen und Institutionen, wie Simone Röhr mitteilt. Gezeigt werden Landschaftsmotive aus Wittlich, der Eifel, von Mosel und vom Hunsrück. „Die Auswahl hat unsere Kuratorin Diana Lamprecht, Expertin für Kunst und Antiquitäten aus Trier, getroffen. Sie kennt das Werk Munzlingers und hat seinerzeit die komplette Schenkung des Künstlers an die Stiftung Stadt Wittlich museal inventarisiert und auch den aktuellen Begleitkatalog zur Ausstellung im Auftrag der Stiftung Stadt Wittlich herausgegeben“, sagt Röhr weiter.

Die Idee zur Ausstellung sei Anfang des Jahres bei einem Glas Wein entstanden. „Munzlinger lebt in Italien, stammt aus Wittlich; die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 stand bevor und das Motto ,Heimat’ des Kultursommers Rheinland-Pfalz wurde bekannt gegeben. Da lag es spontan auf der Hand, Landschaftsmotive des Künstlers aus seiner Heimat zu präsentieren“, erzählt Röhr.

Den Machern sei allerdings bewusst gewesen, dass sich genau jene gesuchten Motive in Privatbesitz befinden, da Munzlinger Zeit seines Lebens von der Kunst lebte und seine Bilder auch verkaufte. In der Schenkung der Stiftung Stadt Wittlich  – Munzlinger hat seinen Besitz komplett der Stiftung vermacht – war dieses Themenfeld daher nur sehr eingeschränkt, vor allem in Form von Plakatmotiven, zu finden.

Die Ausstellung bringt nun eine große Auswahl von Arbeiten zu einem Thema an einem Ort zusammen. „Das bietet für den Betrachter spannendes Entdeckungspotenzial“, ist sich Simone Röhr sicher. „Zum einen kann er sich von der Vielseitigkeit Tony Munzlingers anhand der sehr unterschiedlichen, aber von ihm meisterhaft angewandten künstlerischen Techniken überzeugen. Andererseits wird Munzlingers Schaffen zu diesem engen Themenkreis über den Zeitraum von sieben Jahrzehnten abgebildet.“ Die früheste gezeigte Arbeit stammt aus dem Jahr 1948. Die jüngste – datierte – Arbeit ist von 2006.

Es werden bekannte Landmarken der Region wie das Totenmaar, die Mosenberg-Vulkane oder die Manderscheider Burgen gezeigt. Oder stimmungsvolle Ansichten aus Eifel und Hunsrück sowie von Ortschaften entlang der Mosel, teils mit pointierten Anspielungen auf Bewohner und Bräuche – wie die Wittlicher Säubrennersage und die Jahrtausende alte Weinkultur entlang der Mosel.

Begonnen haben die Vorbereitungen zur Ausstellung bereits im Frühjahr. „Durch mehrere Aufrufe ist es uns gelungen, dass sich zahlreiche Privatpersonen, Firmen und Institutionen bei uns gemeldet und ihre Bereitschaft erklärt haben, uns ihre Kunstwerke mit Motiven des Künstlers aus den Regionen für die Wechselausstellung als Leihgabe zur Verfügung zu stellen. Eine solche bereitwillige Unterstützung ist nicht selbstverständlich“, dankt Röhr den Leihgebern. Aufwendig sei auch die Katalogisierung gewesen. Die Erstellung des Ausstellungskatalogs habe einen großen Teil der Arbeitszeit der Kuratorin Diana Lamprecht in Anspruch genommen.

Bereits im Vorfeld hat sich hoher Besuch angekündigt: Tony Munzlinger plant, zur Vorbereitung der Ausstellung in der Casa Tony M. zu kommen und wird wohl auch zur Vernissage am Sonntag, 21. Oktober, in der Kultur- und Tagungsstätte Synagoge (siehe Info) anwesend sein. Seinen Besuch nimmt er auch als Gelegenheit, sich die aktuelle Ausstellung „Danza Macabfra“ in der Städtischen Galerie im Alten Rathaus anzusehen (der TV berichtete am 13. Oktober). Neben Horst Janssen, Lutz Friedel und Totentänzen aus alter Zeit ist Munzlinger auch hier mit Werken aus seiner Serie „Danse macabre“ vertreten.

Der 1934 in Wittlich geborene Maler und Cartoonist Tony Munzlinger ist ein renommierter Künstler und mit der Stadt eng verbunden. Dies zeigt sich nicht nur in den Ausstellungen der vergangenen Jahre, in den typischen Wittlich-Postern, sondern auch immer wieder in Munzlinger-Logos auf Schildern, Schirmen und Aufklebern. Munzlinger war es wichtig, dass seine Werke langfristig ein neues Zuhause und möglichst viele Menschen den Zugang zu seiner Kunst erhalten.

Dies wurde im Januar 2016 durch die Schenkung seiner mehr als 2600 Werke an die Stiftung Stadt Wittlich und im Juli 2016 durch die Eröffnung der „Casa Tony M. – Museum Tony Munzlinger“ ermöglicht (der TV berichtete mehrfach).

Simone Röhr: „Nach wie vor besteht ein sehr enger Kontakt zum Künstler. Er war selbstverständlich auch in den Entstehungsprozess der Ausstellung und die Gestaltung des Begleitkatalogs miteingebunden.“

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