Heiratserlaubnis und G 8-Gipfel

Die Bereitschaftspolizei in Wittlich-Wengrohr konnte in diesem Jahr ihr 40-jähriges Bestehen feiern (der TV be richtete), und die rheinland-pfälzische Polizei blickt gar auf eine 60-jährige Geschichte zurück. Polizeigeschichte spiegelt sich aber auch in der Tradition der Familie Frank wider, denn seit nunmehr drei Generationen haben sich dort ins gesamt sechs Familienmitglieder dem Polizeiberuf verschrieben.

Wittlich/Altrich/Klausen. (red) Von den Anfängen der Bereitschaftspolizei in Rheinland-Pfalz weiß Walter Frank zu berichten. Er begann seine Ausbildung 1952 in Meisenheim und gehört damit zu den Männern der ersten Stunde, die sich bei den sogenannten Veteranentreffen immer wieder gern an alte Zeiten erinnern. Fast 40 Jahre lebte er in Wittlich, heute ist er in Altrich zuhause. Walter Frank war auch mit dabei, als sich die Pforten der Bereitschaftspolizei in Wengerohr 1968 erstmals öffneten. Als Waffen- und Gerätewart und später als Innendienstleiter verrichtete er dort bis 1993 seinen Dienst. Obwohl heute pensioniert, grüßen ihn manche Kollegen und ehemalige Polizeischüler immer noch gerne mit "Hallo, Spieß!"

Als nächstes Familienmitglied trat sein jüngster Bruder Dieter in den Polizeidienst ein. Dieter Frank ist mittlerweile Leiter der rheinland-pfälzischen Bereitschaftspolizei in Mainz und wäre heute der oberste Chef des Seniors, wenn dieser noch im Dienst wäre.

Als einziger Vertreter der nächsten Generation hat sich dann sein Neffe Peter Frank für den Polizeiberuf entschieden, und in der dritten Generation wird die Familientradition von seinem Großneffen Maximilian Frank und seinen Enkelinnen Katja Hoffmann aus Klausen und der gebürtigen Wittlicherin Annette Utesch gepflegt. Maximilian und Annette absolvieren derzeit noch ihre Ausbildung im 31. und 32. Studiengang an der Landespolizeischule Rheinland-Pfalz auf dem Flugplatz Hahn, und Katja versieht seit Abschluss der Ausbildung ihren Dienst an der ehemaligen Wirkungsstätte ihres Opas in Wengerohr. Ein besonderes Ereignis ihrer erst kurzen Laufbahn war für sie der Einsatz ihrer Hundertschaft bei dem G 8-Gipfel in Heiligendamm. Walter Frank ist deshalb auch ein wenig stolz, dass seine Enkelinnen in seine Fußstapfen treten und damit zeigen, dass der Polizeiberuf auch für Frauen attraktiv sein kann. Früher, so erinnert er sich, mussten sich die Polizeianwärter bei Diensteintritt verpflichten, bis zum 27. Lebensjahr unverheiratet zu bleiben, wenn man dann doch heiraten wollte, brauchte man gar eine "Heiratserlaubnis" des Innenministeriums. Walter Frank hat 25 Jahre in der Bepo Wengerohr Dienst getan und lange die Geschicke des Polizeisportvereins als Geschäftsführer geleitet. Auch Enkelin Katja fühlt sich dort sehr wohl. "Ich würde mich freuen, weiterhin beruflich in Wengerohr bleiben zu können", sagt sie.