Heißes Pflaster "Buhs"

MALBORN. (fab) Der geplante Vollausbau der Straße "Auf der Buhs" ist d a s Thema in der Gemeinde. Der 1. Dezember ist als Baubeginn fixiert worden. Die Mehrheit der Anlieger sieht das Projekt – nicht zuletzt wegen der hohen Anliegerbeiträge – als nicht gerechtfertigt an. Heute wird das Thema im Gemeinderat diskutiert.

Die Straße "Auf der Buhs" ist neben der Hauptstraße die meist befahrene Straße in Malborn. Seit 1998 befasst sich der Ortsgemeinderat mit dem Ausbau der etwa 45 jährigen Straße. Im Jahr 2000 wurden mit dem Planungsauftrag die Fördermittel beantragt. "110 000 Euro Fördermittel sind bewilligt worden", teilte die Ortsbürgermeisterin Brigitte Neurohr am 26. April dem Gemeinderat mit. Sofort nach den Sommerferien soll das Projekt ausgeschrieben werden. Der 1. Dezember ist als Baubeginn auch wegen der Zuschussvergabe fixiert worden. Am 2. Juli wurden die Anlieger zu einer Versammlung eingeladen, um mit ihnen über technische Details zu sprechen, und ihnen die Anliegerbeiträge mitzuteilen. "Die Versammlung wurde faktisch von Verbandsgemeindebürgermeister Hans-Dieter Dellwo geleitet", sagt Anlieger Wolfgang Graf. Die Gesamtkosten für die Straße sollen sich laut Graf auf 345 000 Euro belaufen. Bei einem Gemeindeanteil von 50 Prozent kämen auf jeden Anlieger derzeit 1100 Euro pro Quadratmeter zu. "80 Prozent der Anlieger können sich das nicht leisten", weiß Graf. Im Einzelfall können bis zu 30 000 Euro Kosten auf einen Anlieger zukommen. Außerdem sei die Straße noch zu reparieren. Das sieht die Ortschefin aber anders. "Der Kanal der Straße ist marode, es fehlen Bürgersteige auf beiden Seiten, und die Fahrbahnentwässerung ist ungenügend, deshalb ist ein Vollausbau dringend notwendig." Doch damit können sich 18 Anlieger nicht anfreunden und schlossen sich zu einer Anliegergemeinschaft zusammen. Sie lehnen den Ausbau der Straße aus wirtschaftlichen Gründen ab und fordern, sämtliche Planungen sofort zu stoppen. Weiter bemängeln sie die Informationspolitik der Gemeinde und bitten um Aufklärung, wie der Zuschuss die Anliegerbeiträge beeinflussen würde. "Wir werden notfalls auch rechtlich dagegen vorgehen", zeigt Graf sich kämpferisch. Ins gleiche Horn bläst Anliegerin Doris Cahn-Hauck. "Wir sind in nichts einbezogen worden", sagt Cahn-Hauck. Wenn ihre Einfahrt als Zufahrt angesehen wird, kämen weitere 2000 Euro auf sie zu. Ihr Grundstück misst ohnehin schon 2400 Quadratmeter. "Ich werde Widerspruch einlegen und auch vor Gericht ziehen", sagt die Anliegerin. Das ist für Manfred Koch und fünf weitere Anlieger kein Thema. "Der Kanal und die Gehwege müssen gemacht werden", befürwortet Koch den Vollausbau, der zu einem späteren Zeitpunkt aus seiner Sicht "den Anlieger finanziell noch stärker belasten würde". In der heutigen Sitzung des Gemeinderats um 20 Uhr im Gasthaus Bier in Thiergarten sollen, so die Ortsbürgermeisterin, "Nägel mit Köpfen gemacht werden".