Hela-Streit geht weiter
Zum Streit um einen Gesprächstermin angesichts der drohenden Hela-Schließung (der TV berichtete) haben sich die Wittlicher Stadtverwaltung und Hermann-Josef Hauth nochmals zu Wort gemeldet.
Wittlich. (mai) Wie kürzlich berichtet, hatten sich Wittlicher Stadtverwaltung und Hela-Betriebsrat nicht darauf verständigen können, wer an einem Gespräch über Möglichkeiten der Sicherung der Hela-Arbeitsplätze teilnehmen sollte.
Bürgermeister Ralf Bußmer hatte die Teilnahme des stellvertretenden SPD-Kreisvorsitzenden Hermann-Josef Hauth abgelehnt mit dem Hinweis, Parteienvertreter seien nicht erforderlich. Der Betriebsratsvorsitzende Hans vom Dorff wollte jedoch an Hauth als Vermittler und "neutraler Person" festhalten.
Aktuell hat sich die Stadtverwaltung an den TV gewandt, um auf Hintergründe zu verweisen. In dem Schreiben heißt es: "Aufgabe der Stadt ist es, den Wirtschaftsstandort weiterzuentwickeln. Dies geschieht zurzeit insbesondere durch die sehr erfolgreiche Besiedlung des ehemaligen Kasernengeländes an der L 141." Die Stadtverwaltung habe weder die Möglichkeit noch das Recht oder die Absicht, durch dirigistische Maßnahmen in die wirtschaftliche Entwicklung einzugreifen. Entwicklungen wie die sich abzeichnende Schließung des Hela-Baumarkts gehörten zum normalen Wirtschaftsgebaren und sicherten das Funktionieren der Marktwirtschaft. Dahinter stünden unternehmerische Entscheidungen, die sich dem Einfluss von Staat, Stadt und Politik entzögen.
Zu den Zusammenhängen von Globus, Hela und einer möglichen Hela-Schließung schreibt Pressesprecher Ulrich Jacoby: "Die Stadtwerke haben mit der Firma Globus keine Verträge abgeschlossen." Das Grundstück im Konversionsgebiet sei an ein Unternehmen verkauft worden, das einen Baumarkt baue und diesen an Globus vermiete. Jacoby: "Dass die Fusion Globus-Hela in den Projektzeitraum gefallen ist, war reiner Zufall."
Appell an den Bürgermeister: "Gespräch doch akzeptieren"
Auch Hermann-Josef Hauth hat sich an den TV gewandt. Für ihn sei es selbstverständlich gewesen, sich angesichts der drohenden Entlassung von 100 Mitarbeitern an den Bürgermeister und die Landrätin zu wenden, sagt Hauth. Er habe dies auf Wunsch des Betriebsratsvorsitzenden als Privatmann getan. Hauth: "Die Stadtverwaltung hat es abgelehnt, dass ich an dem Gespräch als Privatmann teilnehme." Erst mit offizieller "Funktion" sei dies möglich, habe es geheißen. Als er dann schriftlich mitgeteilt habe, dass er stellvertretender SPD-Kreisvorsitzender und sozialpolitischer Sprecher der SPD sei, habe er dennoch eine Absage erhalten, so Hauth.
Er fragt: "Warum werden die Sorgen und Wünsche des Hela- Betriebsratsvorsitzenden nicht ernst genommen? Warum treibt man offenbar ein politisches Spielchen mit Menschen, die vor einer Entlassung stehen?" Hauth spricht von unwürdiger und engstirniger Politik auf dem Rücken der Hela-Mitarbeiter und appelliert an den Bürgermeister, das gewünschte Gespräch doch noch zu akzeptieren.