Helferinnen reichen Senioren die Hand

Helferinnen reichen Senioren die Hand

Dank der Initiative zweier Frauen können Bürger der Gemeinde Kleinich kostenlos kompetenten Rat rund um das Thema Pflege in Anspruch nehmen. Außerdem startet demnächst ein Angebot, das den einen Entlastung und den anderen Gesellschaft anbietet.

Kleinich. Wer in der Gemeinde Kleinich Rat in Sachen Pflegebedürftigkeit sucht, kann gleich um die Ecke Hilfe erhalten. Christa Hacker und Marita Trarbach, zwei in Pflege und Beratung erfahrene Frauen, bieten den 730 Bürgern ehrenamtlich ihren Rat an (siehe Extra). Die Gemeinde unterstützt die Initiative der Beiden, indem sie den kostenlosen Service publik macht. "Das ist natürlich eine Bereicherung für den Ort", weiß Ortsbürgermeister Burkhard Born das Engegement zu schätzen. Daher werde die Gemeinde auch die für ein ergänzendes Angebot benötigten Räume zur Verfügung stellen.

Denn demnächst soll es in Kleinich alle paar Wochen etwas andere Senioren-Nachmittage geben. Pflegebedürftige sollen dann einige Stunden in der Obhut fachkundiger Bürger verbringen können, so dass ihre Angehörigen für kurze Zeit abschalten können. Für den Gemeinde-Chef ist das ein Schritt in die richtige Richtung. In Anbetracht dessen, dass die Menschen immer älter und damit auch hilfsbedürftiger würden, seien solche Angebote eine enorme Erleichterung. Betroffenen könne das eine Alternative zu der Entscheidung für ein Altenheim bieten.

Die bisherige Resonanz bestärkt die Frauen in ihrem Engagement. "Es sind schon ein paar Leute auf uns zugekommen", freut sich Hacker. Die Fragen, die am häufigsten gestellt würden, seien "Ich habe einen pflegebedürftigen Angehörigen - was muss ich tun, um ihn optimal zu pflegen?" Viele Leute fühlten sich vor allem in schwierigen Situationen hilflos und, es bestünden teils große Ängste, den Anforderungen nicht gewachsen zu sein. Daher will sie Hilfe aufzeigen und Tipps geben. Die Idee für die Senioren-Nachmittage, die laut Hacker seitens der Bürger begrüßt wird, zielt in die gleiche Richtung: "Dass die Pflegebedürftigen einmal aus dem Haus kommen und die pflegenden Angehörigen entlastet werden."

Die Beratung, die Marita Trarbach seit etwa zwei Jahren auch für die Gleichstellungsbeauftragte der Verbandsgemeinde anbietet, hat das gleiche Ziel. Als Sekretärin ist sie vom Fach und steht mit Rat und Tat zur Seite, wenn etwa ein Pflegegeldantrag gestellt werden soll. Sie hilft beim Ausfüllen von Formularen und bereitet auf den Besuch des Gutachters vor, der sich auf solche Anträge hin vor Ort ein Bild vom Grad der Pflegebedürftigkeit macht.

"Auch die Gutachter sind froh, dass das jemand macht", berichtet sie von entsprechend positiver Resonanz. Vor allem aber seien die Betroffenen dankbar, die ja vor dem Gutachterbesuch aufgeregt seien.

Die im drei- oder vierwöchigen Rhythmus vorgesehen Nachmittage sollen laut Trarbach vor allem den sozialen Kontakten der Pflegebedürftigen zugute kommen. "Das ist ganz wichtig - die Leute haben zwar im Haus Kontakt, aber nicht zur Außenwelt." Außerdem könnten die Angehörigen dann Dinge wie Behördengänge erledigen.

Extra Wer in Kleinich fachkundigen Rat rund um die Pflege sucht, kann sich an Christa Hacker, Telefon 06536/932001, und Marita Trarbach, Telefon 06536/474, wenden. Eine überörtliche Beratung bietet zudem die Koordinierungsstelle der Caritas-Sozialstation in Bernkastel-Kues, Telefon 06531/9660-18, an. (urs)

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