Helga Gruppe aus Bernkastel-Kues trifft Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier

Begegnung : Auf Augenhöhe mit dem Bundespräsidenten

Der Besuch von Frank-Walter Steinmeier ist zwar schon einige Tage her. Doch für Helga Gruppe aus Bernkastel-Kues wird er unvergessen bleiben. Für sie erfüllte sich ein Wunsch.

  Die Weihnachtsansprache 2018 von Frank-Walter Steinmeier enthielt mehr als nur gute Wünsche an die mehr als 80 Millionen Mitbürger. Der Bundespräsident warnte unter anderem anhand von Beispielen vor einem Auseinanderdriften der Gesellschaften. Gleichzeitig warb er dafür Aug’ in Aug’ mehr miteinander zu sprechen, statt über die so genannten sozialen Medien zu kommunizieren. Helga Gruppe aus Bernkastel-Kues hörte der Fernsehrede aufmerksam zu. Besonders im Ohr blieb ihr der Appell für ein Mehr an Gesprächen der Menschen untereinander. Etwa einen Monat später, Ende Januar 2019, schrieb sie das auch in wenigen Sätzen handschriftlich dem Staatsoberhaupt. „Dass ich darauf eine Antwort bekomme, hatte ich nicht erwartet“, sagt Helga Gruppe. Doch dann klingelte in ihrer Abwesenheit das Telefon. Wolfgang Silbermann von der „Stabsstelle strategische Kommunikation – Reden“ des Bundespräsidialamtes sprach auf den Anrufbeantworter und dankte für den Brief. Er hinterließ auch eine Telefonnummer. Das war der Anfang einer Geschichte, die im September beim Besuch des Bundespräsidenten in Bernkastel-Kues ihren Höhepunkt erlebte.

Doch erst noch einmal zurück zum Anfang. Helga Gruppe schreibt nach dem verpassten Anruf erneut nach Berlin und bittet um ein Foto mit Widmung. Auch das erhält sie und noch zwei unterschriebene Autogrammkarten von Steinmeier und seiner Gattin Elke Büttenbender. Als Helga Gruppe im Sommer erfährt, dass der Bundespräsident im September mit dem diplomatischen Korps nach Bernkastel-Kues kommt, ist sie aus dem Häuschen. Ein schon terminierter Besuch bei ihrer Schwester wird verkürzt. „Ich wollte Steinmeier unbedingt sehen und auch kurz mit ihm reden“, sagt sie. Gruppe setzt alle Hebel in Bewegung – in Berlin wie in Bernkastel-Kues. Doch niemand habe ihr garantieren können, dass ihr Wunsch in Erfüllung gehe.

Als der Tross das Schiff verlässt und sich zu Fuß zum Cusanusstift, dem Ziel des Besuches, aufmacht, steht sie brav in der Reihe der Schaulustigen. Die begrüßt Steinmeier dann auch persönlich. Ein großer Moment für die 84 Jahre alte Helga Gruppe. „Ich bin die Frau, die ihnen im Januar den netten Brief geschrieben hat“, sagt sie zum Bundespräsidenten. „Ich freue mich sie persönlich kennenzulernen“, antwortet der professionell. Denn es ist zweifelhaft, dass das Staatsoberhaupt jeden Brief zuordnen kann. Schließlich bekomme der Bundespräsident viel Post, sagt Tobias Schäufele von der Pressestelle des Bundespräsidialamtes.

Helga Gruppe ist glücklich über den Handschlag Die agile Frau, die 1954 von Niedersachsen nach Bernkastel-Kues zog, will unbedingt noch ein gemeinsames Foto. Bei der Ankunft sei dies wegen der Sonneneinstrahlung nicht möglich gewesen, sagt sie. In einem Weinlokal unter der Brücke wartet sie deshalb bei einer Weinschorle auf den Tross, der nach zwei Stunden wieder das Stift verlassen und nach einem kurzen Spaziergang Busse besteigen soll.

Und tatsächlich: Es gelingt ihr den Bundespräsidenten abzufangen. Eine Mitarbeiterin des Lokals macht ein Foto. Es zeigt Frank-Walter Steinmeier und Helga Gruppe unter der Brücke. Das Foto wirkt, als seien  nur die beiden auf der Welt. Helga Gruppe wird es natürlich auch nach Berlin schicken. Von dort hat sie auch einen Prospekt über das Schloss Bellevue, den Amtssitz des Bundespräsidenten, bekommen. Und seither reift ein weiterer Wunsch in ihr:  „Ich hoffe, dass ich auch da einmal reinkomme“, sagt sie

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