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Herbert Michels erklärt die Eifel "upp Platt"

Herbert Michels erklärt die Eifel "upp Platt"

Die Natur der Eifel ist sehr vielfältig. Die Führer im Natur- und Geopark decken verschiedene Schwerpunkte ab. Ergänzt wird das Programm durch die Führungen von Herbert Michels, der bei diesen in Eifeler Dialekt spricht. Entstanden ist die Idee in einer Bierlaune.

Daun. Die Ameise ist immer Diskussionspunkt bei den Führungen von Herbert Michels, wenn Einheimische dabei sind. Er erklärt: "Denn die haben in der Eifel in jedem Ort einen etwas anderen Namen. Mit diesen kleinen Tierchen hat man gleich Gespräch", so der gebürtige Demerather. Die Idee, die Eifel auf Platt zu erklären, kam Herbert Michels bei einem Treffen der Natur- und Geoparkführer. "Als wir abends bei einem Bier zusammensaßen und uns überlegt haben, was wir den Besuchern anbieten können, kam mir der Gedanke", so Michels. Weiter erklärt er: "Dann einige Monate später rief mich Martina Müller, Fachkraft für Tourismus bei der Kreisverwaltung an und meinte, ich solle das ruhig machen mit den Mundartführungen."
Zu den acht festen Terminen im Jahr, an denen er die Führungen macht, kommen zwischen sechs und zwanzig Personen. "Oft sind es Menschen, die gerne Mundart hören, und dann gibt es Personen, die sich für die Vielfalt der Dialekte in der Eifel interessieren und deshalb speziell meine Führung aussuchen", so Michels. Da es meist Leute aus anderen Regionen Deutschlands sind, die kommen, erklärt er auch verschiedene Begriffe, spricht langsamer als sonst und ermuntert die Besucher, zu fragen, wenn sie etwas nicht verstehen. "Die Luxemburger und die Ost-Belgier haben gar keine Schwierigkeiten, die Niederländer verstehen ein bisschen."
"Und außerdem", fügt er hinzu, "sprech` ich auch perfekt auswärts, also Hochdeutsch". Freuen würde sich Herbert Michels, wenn die Leistungsträger der Region, sprich die Personen, die direkt mit den Touristen zu tun haben, eine seiner oder andere Führungen mitmachen würden. Wichtig ist Herbert Michels, der schon als kleiner Junge viel draußen gespielt hat und eigentlich Förster werden wollte: "Dass die Menschen mitnehmen, was die Eifel für ein wahnsinnig vielfältiges Terrain ist." Weiter erklärt er: "Es gibt hier so viel zu sehen, zu hören und zu riechen, dass ein Besuch dafür eigentlich gar nicht reicht." Dazu will er den Menschen auch gerne Besonderheiten der Mundart vermitteln, beispielsweise dass es kein Wort für Liebe im Moselfränkischen gibt.
Das Programm für seine Exkursionen hat er selbst ausgearbeitet. Er führt um das Weinfelder, das Gemündener und das Schalkenmehrener Maar.
Als zertifizierter Natur-, Geo- und Landschaftsführer hat er sich ein fundiertes Wissen über die Eifel erarbeitet. Über 200 Stunden hat er dafür die Flora, Fauna und Geologie der Eifel gepaukt. Wie man eine Führung aufbaut sowie Sprechtraining und juristische Fragen gehören zum Lernstoff, den man ebenfalls beherrschen muss, bevor man die Auszeichnung erhält. chb
Die nächsten Führungen "upp Platt" sind am 9. Juli und am 3. September sowie auf Anfrage. Eine Anmeldung zwei Tage vorher ist erforderlich. Email: herbert.michels@gmx.de