Hereinspaziert, denn Wengerohr hat’s!

Hereinspaziert, denn Wengerohr hat’s!

Private Feiern, offizielle Veranstaltungen, Vereinsproben, das alles findet seit 2014 in Wittlichs Stadtteil Wengerohr im Jugend- und Bürgerhaus, kurz JuB genannt, statt. Fast 5000 ehrenamtliche Arbeitsstunden haben die Wengerohrer während der Bauzeit investiert. Jetzt wird das JuB mehrmals pro Woche genutzt.

Wittlich-Wengerohr. Die Kirmes hat beim Jugend- und Bürgerhaus endlich ein Zuhause gefunden, auch Bodo Bach, Faisal Kawusi und Katharina Thalbach standen schon auf der Bühne des großen Saals. Die Vereine proben regelmäßig im ehemaligen Feuerwehrhaus, das zum Gebäudekomplex gehört. Bis es soweit war, dass hier Musik-, Karnevalsverein, die Theater- und Jugendgruppe sowie die Möhnen einen festen Raum hatten und im großen Saal im Jahr rund 53 Veranstaltungen stattfinden konnten, hat es fünf Jahre gedauert.
Karl-Heinz Grünfelder, Vorsitzender des dazugehörigen Vereins, berichtet: "Schon 2007 gab es die ersten Treffen mit den 20 im Ort ansässigen Vereinen, bei denen man sich darüber unterhalten hat, was für sie wichtig wäre. Dabei kam immer wieder die schwierige räumliche Situation ins Gespräch." Er ergänzt: "Wir waren uns damals einig, dass wir ein Jugend- und Bürgerhaus brauchen und wollen, und das war eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen."
Ein Selbstläufer war die Unterstützung im Stadtrat nicht, denn es gab das ein oder andere Stadtratsmitglied, das generell gegen neue Bürgerhäuser war. Aber die Wengerohrer hatten sehr gute Argumente mitgebracht, nämlich die Unterstützung von 1000 Vereinsmitgliedern und etliche ehrenamtlich geleistete Arbeitsstunden im ehemaligen Feuerwehrhaus.
So konnte man schließlich in 2014 die Eröffnung feiern. 885 000 Euro hat der Neubau gekostet, 330 000 Euro wurden vom Land bezuschusst. Eigenleistung in Höhe zwischen 25 000 und 35 000 Euro haben die Wengerohrer selbst geleistet. Für die Dorfgemeinschaft ist das Gebäude auf jeden Fall ein Gewinn. Michael Wagner, zweiter Vorsitzender, erklärt: "Die Kirmes braucht nicht mehr auf der Wiese gefeiert zu werden, an St. Martin war hier noch lange ein gemütliches Beisammensein, das Tanzkränzchen hat sich hier etabliert, das Café Welcome hat hier eine Bleibe. Den Satz ,Wir können nix machen, weil wir keinen Platz haben' gibt es hier nicht mehr", berichtet er stolz. Das kulturelle Leben bereichern nicht nur externe Veranstalter, sondern auch die ortseigenen Vereine, die 2016 neun Veranstaltungen dort organisiert und durchgeführt haben. Zum Feiern kommen nicht nur Privatpersonen, sondern auch Firmen aus dem Ort, etwa die VVR-Bank, Dr. Oetker oder die Marienhaus GmbH. Den weitesten Weg hatte eine Gesellschaft aus Prüm, die im JuB privat gefeiert hat.
Der Verein Jugend- und Bürgerhaus hat 500 private und juristische Mitglieder.
Er bewirtschaftet, das heißt organisiert und verwaltet das Gebäude, aber es gehört der Stadt Wittlich. Engagement und die Identifikation mit dem Haus sind weiter da.
Der Vorstand, der aus sieben Personen besteht, tagt rund zehn Mal im Jahr. Regelmäßig packen rund zwölf Personen mit an, um alles in Schuss zu halten.
Wünschen würden sich die Vorsitzenden, dass das so bleibt - und vielleicht eine weitere Überdachung des Hofs. Zudem hoffen sie, dass der Generationenwechsel im Jugendraum gut klappt. Sie sind zuversichtlich. "Die jungen Leute haben selbst für Nachfolger gesorgt und wir sind da guter Dinge", so Michael Wagner.

Mehr von Volksfreund