Hereinspaziert: Wittlichs neue Minigolfsaison beginnt

Hereinspaziert: Wittlichs neue Minigolfsaison beginnt

Hans-Peter Ulbricht aus Hörschhausen bei Ulmen ist neuer Pächter des Minigolfplatzes. Zur Eröffnung der Anlage am Sportzentrum am Samstag, 14. Mai, ist der Eintritt frei. 18 turnierfähige Bahnen warten nach einjähriger Schließung auf Besucher.

Wittlich. Das Hin und Her um eine beliebte Wittlicher Freizeitanlage hat ein Ende: Aus einer 20 000-Euro-Investition sind 130 000 Euro geworden. Die kostenspielige Sanierung zog sich über ein Jahr hin. Der ehemalige Pächter, dem erst gekündigt und dann doch wieder Hoffnung auf einen erneuten Vertrag gemacht wurde, ist abgesprungen.
Ex-Lachnummer im Karneval


Das Finanzamt hat einen Zuschuss der Stiftung der Stadt abgelehnt. Der Stadtrat musste deshalb der Kostenübernahme zustimmen (der TV berichtete). Die unendliche Geschichte um den Platz, der es sogar als Lachnummer in die Wittlicher Kappensitzungen geschafft hat, endet nun. Ein neuer Pächter ist gefunden. In gut einer Woche ist offizielle Eröffnung mit einem Tag der offenen Tür, an dem der Einritt frei ist. Danach kostet das Spiel laut Pächter Hans-Peter Ulbricht zwei Euro für Kinder, 2,50 Euro für Jugendliche und drei Euro für Erwachsene. Der 67-jährige Rentner hat sich schon bei der Ausschreibung 2009 um die Anlage beworben. "Mir macht das Spaß. Ich habe schon einem Bekannten an der Dauner Anlage ausgeholfen", sagt er, "Das ist doch ein interessantes Hobby. Man braucht fürs Spiel Geschick, muss überlegen und nicht einfach draufdreschen und ist in der freien Natur." Die Öffnungszeiten will er ausweiten: in der Vor- und Nachsaison von 11 bis 19 Uhr und in der Kernsaison von Juni bis August von 10 bis 21 Uhr.
Bis zum Tag der offenen Tür am Samstag, 14. Mai, ab 14 Uhr muss er noch einiges erledigen: "Das Häuschen wird gesäubert und eingerichtet, die Hecken sind zu schneiden, und dann reinige ich die Bahnen, die ja mit Blütenstaub verdreckt sind." Sein Pachtvertrag läuft zunächst bis Dezember 2012 und soll dann drei Jahre verlängert werden, falls weder er noch Stadt kündigen. Laut Ulrich Jacoby, Pressesprecher der Stadtverwaltung, wurde die Anlage "in Abstimmung mit dem Sportwart des Deutschen Minigolfverbandes saniert". Inspiziert hat sie Roger Graf, Medienbeauftragter des Minigolfclubs Traben-Trarbach, der die 1955 eröffnete älteste 18-Loch-Anlage Deutschlands betreibt. Roger Graf kennt nach eigenen Angaben einige Hundert Anlagen deutschlandweit und betreibt das Spiel seit über 40 Jahren selbst. Er bescheinigt den Wittlichern, nun eine "absolut turnierfähige Anlage" zu haben, die man aber noch verbessern könne. Unter anderem merkt er an: "Die Spielbahnen wurden nicht umlaufend gepflastert. Dadurch ergibt sich teils kein guter und sauberer Stand." Und: "Die Banden wurden circa zehn Millimeter zu tief befestigt. Dies beeinträchtigt das gezielte Bandenspiel." Grundsätzlich gelte aber: "Der objektive Eindruck ist subjektiv gesehen sehr gut." Die Stadtverwaltung nimmt zu Grafs Anregungen wie folgt Stellung: "Die Sanierung ist abgeschlossen. Es bedarf keiner Nachbesserung. Kleine Abweichungen liegen innerhalb der Toleranz."
Auf die Frage, was sich die Stadt von der Investition verspreche, sagt Ulrich Jacoby: "Hiermit wurde das Sportzentrum um eine weitere Attraktion erweitert. Wir möchten, dass Familien, Kinder, Urlauber und viele mehr ein paar schöne Stunden in der Anlage verbringen." Laut Pächter wird darüber nachgedacht, Schwimmbadgästen per Extra-Chip eine Nutzung des Minigolfplatzes zu ermäßigtem Preis nebst anschließender Rückkehr ins Freibad zu ermöglichen.
Video ab 14 Uhr unter volksfreund.de/videos