Hereinspaziert zur Luxus-Kuh

WITTLICH. (sos) Fürs Leben lernen sollen Schüler, und das Leben beginnt vor der Haustür. So hieß auch der Schülerwettbewerb des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum (DLR) Eifel: "Landwirtschaft in der Eifel – Der Bauernhof vor meiner Haustür". Die Klasse 6b vom Peter-Wust-Gymnasium hat einen ersten Platz belegt. Ihre Arbeit zeigt eine Wanderausstellung in der Sparkasse in Wittlich.

"Man muss früh aufstehen, bis 19.30 Uhr arbeiten, sich um alles kümmern und hat viel Verantwortung für die Kühe. Mir wäre das zu anstrengend", sagt Maximilian. "Der Bauer hat es schwer. Und die Kühe, die haben schon einigen Luxus, zum Beispiel eine Massagebürste im Stall", sagt Serena. Pierre meint: "Mich hat erstaunt, dass die Kühe vom Helenenhof drei Mal so viel Milch geben, wie die vom Biohof. Das liegt am Kraftfutter." Für den Gymnasiasten steht fest: "Bauer werden? Nein. Dann sieht man gar nichts von der Welt. Man ist angebunden und muss sich immer um die Tiere kümmern." Wieso sie alle so gut Bescheid wissen? Ihre Klasse, die 6b vom PWG, hat sich die Welt der Landwirtschaft auf dem Helenenhof von Manfred Zelder und dem Demeter Hof Breit von Paul Brandsma extra für den Wettbewerb angeschaut. Ihre preisgekrönte Arbeit dazu kann nun in der Sparkasse am Wittlicher Schlossplatz besichtigt werden. "Traktor fahren ist wunderschön", hieß es dann auch zur Ausstellungeröffnung. Das sagte allerdings keiner der Schüler, sondern ein Herr von der Sparkasse. Hoch oben auf dem Solo-Sitz scheint sich jedenfalls Günter Kohl, Sparkasse, auch wohl zu fühlen. Er machte zur Begrüßung der Schüler in der Bank auch klar, wie wichtig die Bauern für die Geschichte des Geldinstituts waren: "Über Jahrzehnte haben sie den Geschäftserfolg der Sparkasse mitbestimmt. Wenn es den Landwirten und Winzern gut ging, ging es auch der Sparkasse gut." Von der DLR Eifel erinnerte Johan Mücken daran: "Vor wenigen Jahrzehnten hatte noch jeder Schüler Kontakt zur Landwirtschaft. Wir wollten mit dem Wettbewerb auch darauf aufmerksam machen, dass das etwas anderes ist als Güllefass und Ochsenkarren." Konzipiert hat den Wettbewerb Jutta Wirtz vom DLR, die sich besonders über die unerwartet große Teilnehmerzahl gefreut hat: 39 Beiträge von zwölf Schulen beschäftigen sich mit dem Bauernhof vor der Haustür. Manch ein Jugendlicher lernt ihn so erstmals kennen. Wie intensiv diese Arbeit war, zeigen die Wittlicher Gymnasiasten selbst. Zur Vernissage stellen die einzelnen Arbeitsgruppen ihre Arbeit vor. Fächerübergreifend begleitet wurden sie von den Pädagoginnen Constanze Capitain und Anette Jondral und natürlich den Landwirten Manfred Zelder und Paul Brandsma. Letzterer sagte: "Da die Landwirtschaft aus den Dörfern verschwunden ist, ist es enorm wichtig, dass man die Tore öffnet, damit unsere Arbeit anerkannt wird. Wenn sich jemand dafür interessiert, das macht auch Freude." Und sein Kollege Manfred Zelder meint: "Oft denken die Verbraucher, alles ist eine Selbstverständlichkeit, deshalb ist es immer wichtig, die Kontakte aufzufrischen. Und dann muss auch gesagt werden, Landwirtschaft, das ist die Arbeit einer ganzen Familie." Dieses und vieles mehr haben auch die Schüler erlebt und dokumentiert. Gemeinsam mit den anderen Preisträgern zeigen sie ihre Arbeit in der Sparkasse bis zum 28. Juli.