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Hermeskeil und Thalfang sondieren die Lage

Hermeskeil und Thalfang sondieren die Lage

Vertreter von Thalfang und Hermeskeil treffen sich heute zu Fusionsgesprächen. Während die einen ohne Tabus in die Begegnung gehen, ist für die anderen der Verwaltungssitz nicht verhandelbar.

Sieben Vertreter der Verbandsgemeinde (VG) Hermeskeil machen heute Abend eine Dienstreise nach Thalfang. Es geht um die Kommunalreform. In einem Gespräch mit Vertretern aus der VG Thalfang sollen im dortigen Rathaus die Möglichkeiten für eine Fusion ausgelotet werden. Der Hermeskeiler VG-Rat hatte den dortigen Rathaus-Chef Michael Hülpes (CDU) beauftragt, Verhandlungen mit der Nachbar-Kommune einzuleiten. In Thalfang hatte man zunächst mit Neumagen-Dhron als potenziellem Partner geliebäugelt. Doch dort geht man offenbar andere Wege.

Die Zahl der Delegationsmitglieder ist unterschiedlich groß. Aus beiden Kommunen sitzen sich Bürgermeister, Beigeordnete, Fraktionssprecher im VG-Rat und der jeweilige Büroleiter gegenüber.

Dass neun Vertreter aus Thalfang - und damit zwei mehr als in Hermeskeil - dabei sind, ist der Tatsache geschuldet, dass Hartmut Heck in Personalunion erster Beigeordneter in Hermeskeil und CDU-Fraktionssprecher ist. Zudem gibt es in Thalfang einen Beigeordneten mehr.

"Wir wollen im ersten Gespräch vor allem die Stärken herausstreichen", sagt Hülpes (CDU). Und davon gebe es einige. Zum Beispiel auf Thalfanger Seite den Erbeskopf inklusive Wintersportzentrum und Hunsrückhaus, auf Hermeskeiler Seite das Tourismusprojekt "Dorf Hochwald", das auf dem ehemaligen Hermeskeiler Militärareal realisiert werden soll (der TV berichtete).

Hülpes kann sich grundsätzlich vorstellen, dass die neu entstehende Kommune den Namen "Verbandsgemeinde Hochwald" tragen könne. Nicht zur Disposition steht das "Mittelzentrum Hermeskeil als Verwaltungssitz". Allerdings "müssen wir über bürgernahe Verwaltungsdienstleistungen" im Raum Thalfang nachdenken. Die Hermeskeiler legen Wert auf eine partnerschaftliche Vorgehensweise und wollen "nicht etwa über einen Anschluss Thalfangs" reden.

Das wird die andere Seite freuen. Denn für viele Thalfanger Kommunalpolitiker war die "Augenhöhe" in der Vergangenheit ein entscheidendes Kriterium. Man gehe "ergebnisoffen" und "ohne Tabus" in das Gespräch, sagt Dellwo (parteilos), der ein gebürtiger Gusenburger (VG Hermeskeil) ist.

Ist der Rathaus-Standort für ihn verhandelbar? "Kein Kommentar", lautet die kurze Antwort. Er bleibt im Gespräch mit dem TV bei früheren Aussagen. Er sei weiterhin ein "Verfechter der Verbandsgemeinde Thalfang am Erbeskopf" und folge mit der Suche nach einem Fusionspartner dem Wunsch der Landesregierung.

Auf einen möglichen Partner hat man sich in Thalfang noch nicht festgelegt. Gesprächsangebote gibt es auch in Richtung Morbach und Birkenfeld.

Für eine Verbandsgemeinde Hochwald sähe Hülpes gern zusätzlich zu Thalfang Kell am See mit im Boot. Doch dort werde noch geklärt, ob die Kommune selbstständig bleiben könne.