Herr der Hundehaufen

LANDSCHEID. (scho) Langsam ist in Landscheid wieder "tretminenfreies" Land in Sicht. Denn dort stolperten die Bürger auf Gehwegen und Plätzen von Hundehaufen zu Hundehaufen. Nach dem TV-Bericht über die zahlreichen "Geschäftchen" hat sich die Situation gebessert.

"Die Leute sind hellhörig geworden", sagt Landscheids Ortsbürgermeister Egon Birresborn. Seit dem TV-Bericht "Verdammte Sch..." seien die Hundehalter vorsichtiger geworden. Die "Hundehaufen-Dichte" in Landscheid habe dadurch abgenommen. "Es sind inzwischen definitiv weniger Hundehaufen zu finden", sagt Birresborn. Vor einigen Wochen "offenbarten" sich allein bei einem viertelstündigen Spaziergang 15 solcher "Tretminen". Um der Lage wieder Herr zu werden, griff Orts-Chef Birresborn in dieser verfahrenen Situation zu drastischen Mitteln: Im Amtsblättchen forderte er die Bürger auf, jeden Hundehalter, der seinen Vierbeiner frei durch den Ort laufen und scheißen lässt, anzuzeigen (der TV berichtete). "Es haben sich Leute aus der ganzen Eifel auf diesen Artikel bei mir gemeldet, und mich in meinem Vorgehen bestätigt", sagt Birresborn. "Endlich mal jemand, der dagegen vorgeht", sei der Grundtenor der Reaktionen von TV-Lesern gewesen. Angezeigt wurden seither zwei Hundehalter. Ein Mann, der seinen Bello wider die Vorschrift unangeleint durch den Ort spazieren ließ, wurde von einer Passantin gebeten, das Tier doch anzuleinen. Anstatt der Bitte nachzukommen, zog es der Hundehalter vor, die Frau mit einem rüden "dann zeig' mich doch an" abzuspeisen. Wenig später gab die Frau mit Unterstützung des Orts-Chefs die Anzeige auf. Noch unverschämter reagierte ein anderer Hundehalter, dessen Dobermann seinem Auto fahrenden Herrchen auf einem Weg am Ortsrand hinterherhechelte. "Sagen Sie mal, was erlauben Sie sich eigentlich?", habe die Frau beim Anblick des freilaufenden Dobermanns laut Birresborn entsetzt gefragt. Die Antwort des Mannes sei wegen ihrer Unverschämtheit im Wortlaut in der Anzeige mit aufgenommen wurden: "Ich mach dich kalt, ich mach dich platt", soll der Hundehalter die Frau angeraunzt haben. "Wenn ich so was höre, frage ich mich ernsthaft, ob ein solcher Mensch überhaupt in der Lage ist, Hunde zu halten", sagt Birresborn. Wem es zu viel ist, seinen Hund verantwortungsvoll zu erziehen, Vorschriften wie die Anlein-Pflicht zu beachten und die "Geschäftchen" des geliebten Haustiers in den nächsten Müll zu bringen, sollte keinen Hund halten. So hat Birresborn selbst bei Spaziergängen mit seinem Riesenschnauzer Enzo immer eine Plastiktüte dabei, worin er die Hunde-Hinterlassenschaften entsorgt. Birresborn: "Das kann doch nicht zu viel verlangt sein." -agn

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