Herrgott statt Baldenau
Hundheim/Rapperath · Der bevorstehende Umbau des Hundheimer Kindergartens wirft seine Schatten voraus: Seit dem 4. November fahren die Kinder aus den Ortsteilen Hundheim, Hinzerath und Wederath in die ehemalige Schule nach Rapperath. Die Gemeinde rechnet damit, dass die Sanierung des Hundheimer Kindergartens bis Ende 2014 beendet ist.
Zwischen 30 000 und 40 000 Euro habe es gekostet, das Gebäude in Rapperath für die 46 Jungen und Mädchen vorzubereiten, sagt der Morbacher Bürgermeister Andreas Hackethal. Dafür ist der vorher offene Eingangsbereich mit einer Wand verschlossen worden, damit die Kinder die Toiletten auch bei Kälte, Schnee und Regen bequem erreichen können. Außerdem sind neue Böden verlegt worden, die Beleuchtung der Räume wurde geändert und eine Küche eingebaut.
Die Mühe hat sich offensichtlich gelohnt, denn sowohl Kinder als auch Erzieher fühlen sich in dem Gebäude wohl, sagt Corinna Mettler, Leiterin des Hundheimer Kindergartens. Mit insgesamt fünf Räumen haben die Kinder mehr Platz als im Hundheimer Gebäude, weil man dort die obere Etage wegen Brandschutzbestimmungen nicht mehr habe nutzen dürfen. Die Jungen und Mädchen verteilen sich jetzt über ein Bauzimmer, ein Bastelzimmer, einen Raum für Rollenspiele und Bücherei, einen Mehrzweckraum, der als Turnhalle genutzt wird und den Essbereich im Flur des Gebäudes. "Durch den großzügigeren Platz spielen die Kinder intensiver, es ist insgesamt ruhiger", sagt Mettler. Durch die großen Fenster sei es zudem sehr hell, die Kinder hätten in den ersten Tagen viel aus den tiefen Fenstern geschaut. "Hin und wieder jagt eine Katze auf der Wiese Mäuse, das ist für die Kinder sehr spannend", sagt sie. Lediglich eine Umzäunung fehlt noch, damit die sechs Erzieher mit den Kindern aufs Außengelände gehen können.
Die Kinder entdecken Rapperath
"Gibt es hier auch eine Baldenau?" hat die kleine Nele in den ersten Tagen nach dem Umzug gefragt. "Nein, aber dafür gibt es in Rapperath einen großen Herrgott", lautet die Antwort der Erzieher.
Bei ersten Spaziergängen durch den Ort ist der sechs Jahre alte Collin schon über die vielen Brücken der Dhron gegangen. "So was haben wir in Hundheim nicht", sagt er. Die fünfjährige Samira beobachtet gerne die Pferde, die unweit des Kindergartens auf einer Weide stehen. Und der fünfjährige Samuel hat sich auch schnell an die Busfahrt nach Rapperath gewöhnt. cst