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"Herzlichen Glückwunsch, Wächter" - Schauspielerin Barbara Philipp bekommt den Kulturpreis des Kreises Bernkastel-Wittlich

"Herzlichen Glückwunsch, Wächter" - Schauspielerin Barbara Philipp bekommt den Kulturpreis des Kreises Bernkastel-Wittlich

Zahlreiche Film- und Fernsehrollen hat die Schauspielerin Barbara Philipp in den vergangenen Jahren übernommen. Preise gab es zuletzt einige für den Tatort "Im Schmerz geboren", in dem sie an der Seite von Ulrich Tukur spielt. Jetzt hat die gebürtige Wittlicherin den Kulturpreis des Kreises Bernkastel-Wittlich entgegengenommen.

"Dass ich nicht die Prinzessin bin, habe ich immer gewusst", sagt die Schauspielerin Barbara Philipp über ihre Rollenauswahl und verweist dabei unter anderem auf ihre markante rauchige Stimme und ein abstehende Ohren. Dass es auch möglich ist, mit schwierigen, nicht immer sympathischen Rollen, Karriere als Schauspielerin zu machen, hat die 49-jährige Mimin mittlerweile in vielen Theater- und Filmproduktionen bewiesen.

Bei der Preisverleihung im Moselkino in Bernkastel-Kues zeigt Dr. Eckard Wendling, Professor an der Hochschule für Medien, der Barbara Philipp seit der gemeinsamen Zeit am Gymnasium in Wittlich kennt, viele Stationen ihres künstlerischen Schaffens auf. Sie habe sich nach verschiedenen Studiengängen wie Germanistik, Theaterwissenschaften, Publizistik und Psychologie ganz für die Schauspielerei entschieden und an der Fritz-Kirchhoff-Schule in Berlin sowie dem H.B Studio New York gelernt.

Obwohl, wie Wendling deutlich macht, das kein einfacher Weg ist. Denn der Beruf sei weit weniger glamourös, als viele denken. "Von den rund 20 000 Profischauspielern in Deutschland sind etwa 30 Prozent arbeitslos", sagt Wendling. Das durchschnittliche Monatseinkommen liege brutto nur bei etwa 2500 Euro.

Deshalb sei die Verpflichtung für eine Serie wie bei Barbara Philipp bei den "Kids of Berlin" schon deshalb ein Hauptgewinn, weil durch die vielen Drehtage die Miete erst einmal gesichert ist.

Richtig voran ging es mit der Schauspiellaufbahn bei Philipp mit den ersten Filmen wie "Nah am Wasser" im Jahr 1994. Es folgten "Liebesluder", wo sie die Rolle einer betrogenen Ehefrau mimt, und 2008 eine Rolle an der Seite von Kate Winslet im Film "Der Vorleser". Zuletzt waren es vor allem die Tatortfolgen mit Ulrich Tukur, mit denen Barbara Philipp im Fernsehen zu sehen war.

Doch auch ihre Rolle in "Heimat" von Edgar Reitz zeugt von der Wandlungsfähigkeit der Schauspielerin. Davon können sich die Gäste im Moselkino bei einem Zusammenschnitt verschiedener Filmausschnitte selbst überzeugen. Da ist sie als junge Frau beim Karaokesingen im Film "Nah am Wasser" zu sehen, als emotionale betrogene Ehefrau in "Liebesluder", mit komödiantischem Talent und dazu noch mit gepixeltem Gesicht in "Stromberg", oder "Blindflug". Ausschnitte aus der Tatortfolge "Das Böse", für die Philipp für den Fernsehpreis nominiert wird, gibt es nicht zu sehen. Dort spielt Philipp eine drogenabhängige Hure. Nicht das richtige Programm für die Kinder der Kindertagesstätte Sonnenhang Maring-Noviand und der Integrierten Gesamtschule Morbach, die ebenfalls zu den Preisträgern gehören.

Barbara Philipp wohnt in Berlin und hat auch zeitweise in New York gelebt. Dennoch hat sie den Kontakt zu ihrer Heimat, zu ihrer Familie und den Freunden nie verloren. "Ich bin meiner Heimat immer treu geblieben", sagt sie im Rahmen der Preisverleihung. Seit sieben Jahren sei sie auch bei jeder Säubrennerkirmes unter den letzten, die am frühen Morgen heimgehen.

Auch die Verbundenheit zu ihrer Familie wird während der Laudatio und dem anschließenden Interview deutlich. "Ich weiß, wo ich herkomme", betont Philipp, deren Eltern auch im Publikum sitzen.

Ein wenig glamourös wird es aber dann doch noch, als die Glückwünsche ihres Tatortkollegen Ulrich Tukur verlesen werden: "Herzlichen Glückwunsch, Wächter!"Extra

Neben Barbara Philipp hat auch die Kindertagesstätte Sonnenhang für ihr Kunstprojekt einen Preis bekommen. Die Kinder hatten dabei Gelegenheit, sich in verschiedenen Sparten wie Modedesign, Baukunst, Mosaik, Malerei und vielem mehr auszuprobieren und ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. Ein weiterer Preis ging an die Integrierte Gesamtschule Morbach. Die Schüler haben hier eine Schülerfirma gegründet und einen selbst gestalteten Reiseführer für Kinder und Jugendliche entwickelt, gestaltet und vermarktet. Noj