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Hier können alle gemeinsam lernen

Hier können alle gemeinsam lernen

Die Cusanus-Grundschule in Bernkastel-Kues hat jetzt das Zertifikat für "inklusive" Schulentwicklung. Damit wird dokumentiert, dass hier sowohl Schüler mit Lernschwierigkeiten als auch solche mit besonderen Begabungen nach ihren Möglichkeiten individuell gefördert und gefordert werden.

Bernkastel-Kues. "Wir sind eine Schule für alle", so erklärt Schulleiterin Nadine Bernard den Schülern die besonderen Aufgaben der Schwerpunktschule in Bernkastel-Kues. Anlass für ihre Erläuterungen ist die Übergabe des Zertifikats "Gemeinsam klasse" durch Pia Zender von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung. Unterstützt wird das Programm auch von der Nikolaus-Koch-Stiftung.
Die Cusanus-Grundschule ist die erste Bildungseinrichtung im Regierungsbezirk Trier, die diese Auszeichnung bekommt.
Anfang 2013 wurde das Programm ins Leben gerufen, sagt Pia Zender. Damals hätten sich 20 Schulen beworben, doch nur fünf konnten in das Programm aufgenommen werden. "Entscheidend ist, dass die Motivation auch aus dem Kollegium kommt."
Doch wie wird das Konzept an der Schule praktisch umgesetzt? Gisela Maurer, eine der beteiligten Lehrerinnen berichtet, dass klassenübergreifender Unterricht dazu beiträgt, dass Kinder ganz individuell gefördert werden. So kann beispielsweise ein begabtes Kind aus der ersten Klasse zusammen mit Zweitklässlern unterrichtet werden. Andersherum können schwächere Kinder aus der zweiten Klasse durch die Teilnahme an Unterrichtsstunden der Jüngeren Defizite ausgleichen. Auch Schulsozialarbeiterin Anne Vackiner-Konrad ist in das Konzept involviert. Sie kümmert sich besonders um Kinder, die sich aufgrund persönlicher und emotionaler Defizite schwertun in der Schule.
Für Schulleiterin Bernard besteht die besondere Herausforderung darin, mit dem knapp bemessenen Personal möglichst effektiv zu arbeiten. Das gilt auch für die Kooperation mit anderen Schulen, die an dem Programm teilnehmen. Aber es gibt noch mehr Hilfen für die Lehrer. Praxiscoaches besuchen die Steuerungsgruppe der Schule, um sie noch besser auf ihre Aufgaben vorzubereiten.
Insgesamt gibt es 128 Kinder an der Grundschule. Sechs davon brauchen eine besondere Förderung, weil sie Lernschwierigkeiten haben. 15 Lehrer, pädagogische Fachkräfte und Schulsozialarbeiter arbeiten an der Schule. nojExtra

Bei Inklusion geht es darum, dass alle Menschen gemeinsam etwas tun können, egal ob sie ganz gesund sind oder aber eine körperliche oder geistige Behinderung haben. Zum Beispiel Lernen oder Sport machen. Die, die sich dabei schwerer tun, bekommen dann soviel Hilfe, dass sie mitmachen können. Und keiner wird dabei ausgeschlossen. noj