Hier öffnet sich das Tor zum Nationalpark

Hier öffnet sich das Tor zum Nationalpark

Das Hunsrückhaus soll noch in diesem Jahr zum ersten Nationalparktor werden. Das hat das Umweltministerium mitgeteilt. Damit würde es zur ersten Anlaufstelle für Gäste werden, die von dort den Nationalpark Hunsrück-Hochwald besuchen. Der Zweckverband, der das Haus betreibt, freut sich über den jährlichen Zuschuss von 150 000 Euro, ist aber auch skeptisch.

Es ist eine gute Nachricht aus dem Umweltministerium, auch wenn sie nicht überraschend kam. Seit über einem Jahr steht fest, dass das Land das Hunsrückhaus zum Nationalparktor machen möchte (der TV berichtete am 5. Januar 2015). Für die Leiterin des Hunsrückhauses, Almuth Brandstetter, eine wichtige Entscheidung und konsequente Weiterentwicklung: "Das Hunsrückhaus liegt direkt am Nationalpark und bietet die nötige Infrastruktur. Das sollte man nutzen." Wie genau der Landeszuschuss in Höhe von 150.000 Euro für das Haus verwendet werden könne, sei bisher noch nicht entschieden. Allerdings sei schon jetzt sicher, dass das Hunsrückhaus dann eine neue Ausstellung bekommen werde. Das sei so im Landeskonzept zum Nationalpark festgelegt. "Die Kostenbeteiligung des Landes sichert unsere Existenz und wird auch den Zweckverband entlasten", sagt Brandstetter.

Für den Zweckverband, der das Hunsrückhaus betreibt, und dem die Verbandsgemeinde Thalfang, die Einheitsgemeinde Morbach und der Kreis Bernkastel-Wittlich angehören, dürfte der Landeszuschuss in der Tat eine Entlastung bedeuten. Schließlich ist der Verband, der auch die Wintersportanlage am Erbeskopf finanziert, mit 1,3 Millionen Euro hoch verschuldet. Laut Thalfanger VG-Verwaltung trägt das Hunsrückhaus jährlich mit rund 170.000 Euro zu diesem Defizit bei. Die Entscheidung des Landes sei begrüßenswert und gehe in die richtige Richtung, meint Marc Hüllenkremer, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Thalfang und Vorsitzender des Zweckverbands: "Der Hunsrück hat's verdient." Schließlich sei der Nationalpark auch in wirtschaftlicher Hinsicht wichtig für die Region. Die Mitgliederversammlung des Zweckverbands werde dann in den nächsten Wochen entscheiden, wie genau eine Kooperation zwischen Land und den Kommunen aussehen kann. "Wichtig ist, dass das Hunsrückhaus bestehen bleiben kann", sagt Hüllenkremer.

Sein Kollege Andreas Hackethal, Bürgermeister in Morbach und ebenfalls Mitglied des Zweckverbands sieht das ähnlich: "Wir begrüßen die Entscheidung des Landes sehr." Er selbst habe allerdings auch erst durch die Pressemitteilung des Umweltministeriums von der Kostenbeteiligung erfahren: "Wir hätten uns gewünscht, dass der Zweckverband vorab vom Land informiert wird." Auch wenn schon länger feststehen würde, dass das Hunsrückhaus Nationalparktor werden soll, hätte man sich doch über genauere Informationen gefreut. Schließlich gebe es noch Klärungsbedarf, wie genau die finanzielle Belastung gerecht zwischen Land und Kommunen aufgeteilt wird. "Der Nationalpark ist eine Sache des Landes, weswegen das Land die Trägerschaft für das Hunsrückhaus übernehmen sollte."

In der Pressemitteilung des Umweltministeriums steht lediglich geschrieben, dass das Nationalparktor am Hunsrückhaus ein Kooperationsprojekt werden solle. Das Land möchte in enger Zusammenarbeit mit dem Zweckverband, dem Naturpark Saar-Hunsrück und den Kommunen das Haus zum zentralen Nationalparktor entwickeln. Laut Umweltministerin Ulrike Höfken steigere das Nationalparktor die Attraktivität des Hunsrückhauses und sichere seine Zukunft. Außerdem könne die bestehende Zusammenarbeit mit dem Naturpark Saar-Hunsrück fortgeführt werden.Extra

Ein Nationalparktor ist der Ausgangspunkt für Ausflüge durch den Nationalpark. Zugleich dient es als Informationshäuser für Besucher. Als weitere Nationalparktore sind das Wildfreigehege an der Wildenburg und der Keltenpark im saarländischen Nonnweiler geplant. Die Idee eines Nationalparks in Rheinland-Pfalz stammt aus dem Koalitionsvertrag der rot-grünen Landesregierung von 2011.

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