Hier wird die Gemeinschaft gehegt und gepflegt

Merschbach · Beim zweiten Merschbacher-Treffen nach 2008 haben Alt und Jung sowie Einheimische und Weggezogene Erinnerungen an den Heimatort aufrecht erhalten.

Die Teilnehmer des Merschbach-Treffens versammeln sich zum Gruppenfoto. TV-Foto: Christoph Strouvelle

Merschbach. Im Gemeindehaus sind die Gespräche bei Kaffee und Kuchen in vollem Gang. Überall werden Erinnerungen ausgetauscht und Anekdoten aus der Vergangenheit erzählt. Überall stellen sich die Menschen die gleichen Fragen: Wie geht es dir? Was machst Du?
"Es ist eine außergewöhnliche Gesellschaft, die sich hier versammelt hat. Denn es ist ein Treffen, zu dem alle Merschbacher und die, die es einmal waren, eingeladen worden sind", sagt Klaus Gauer-Kneppel. Er ist in dem kleinen Ort aufgewachsen und hat das Merschbacher-Treffen mit organisiert. Auch die Kinder und Enkel von Ex-Merschbachern habe man angeschrieben, damit der Kontakt zu ihnen erhalten bleibt. "Wir haben 178 Personen eingeladen, 135 sind gekommen", sagt er. Und das aus ganz Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. So wie Regina Mortazawi, die in Bruchsal lebt und mit Kindern und Enkelkindern am Treffen teilnimmt. Sie ist zwar im Saarland geboren, doch ihre Eltern sind Merschbacher Urgesteine. "Ich habe hier früher immer die Schulferien bei einer meiner drei Tanten verbracht", sagt sie. Sie ist gekommen, weil es ihr persönlich wichtig ist, den Bezug zu ihren Wurzeln zu pflegen. Vor 20 Jahren hat sie sich sogar ein Haus in Merschbach gekauft und nutzt es im Sommer als Feriendomizil. Auch die Schwestern Schmitz aus dem "Vier-Mädel-Haus", die heute in anderen Dörfern der VG Thalfang und der EG Morbach leben, sind nach Merschbach gekommen. "Auf den Tag haben wir uns alle vier schon lange gefreut", sagt Elisabeth Münster, eine der Schwestern.
Im Untergeschoss des Gemeindehauses hängen Erinnerungsfotos an das erste Merschbach-Treffen 2008. Daneben betrachten Neugierige historische Fotos, die das Dorfgeschehen in vergangener Zeit abbilden. "Da werden Erinnerungen aufgefrischt, sagt Peter Alt aus Rapperath. Er kennt noch alle Leute, die auf den Bildern zu sehen sind. Alois Alt ist mit 83 Jahren der älteste Besucher, der zum Treffen von auswärts gekommen ist. Er lebt heute in Hetzerath und ist mit 14 Jahren wegen der Arbeit weggezogen. "Ich bin immer gerne in die Heimat gefahren", sagt er.
Was hat sich in den vergangenen Jahren geändert? "Es sind weniger Einwohner geworden", sagt Alt. Für 1939 gibt das statistische Landesamt 127 Einwohner an, heute sind es noch etwa 60. Die Vorfreude der Merschbacher auf das Treffen sei groß gewesen, sagt Mitorganisator Gauer-Kneppel. Ein Höhepunkt war die Messe, die der Kirchenchor Haag musikalisch begleitet hat. cst