Hilfe für Flüchtlinge beim Start in das neue Leben

Hilfe für Flüchtlinge beim Start in das neue Leben

Um Flüchtlinge in die Gesellschaft einzubinden, hat der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes ein Netzwerk gegründet. Mithilfe des Projekts sollen Menschen unter anderem schneller ins Berufsleben integriert werden.

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Sie sind jung, haben eine Berufsausbildung, suchen Beschäftigung, aber finden keine, weil sie zum Beispiel die deutsche Sprache nicht sprechen oder ihnen die Behördengänge schwerfallen: Viele Menschen, die derzeit in Deutschland Asyl suchen, deren Anträge bereits bewilligt wurden oder die eine gute Bleibeperspektive haben, brauchen bei der Suche nach Arbeit, beim Lernen der Sprache oder bei der Bewältigung des Alltags Hilfe.

Deshalb hat der DRK-Kreisverband Bernkastel-Wittlich, der derzeit auch noch in der Säubrennerstadt die Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende betreut, das Netzwerk "Career" gegründet. Es soll Asylsuchende bei der Integration unterstützen. Vor Ort ist Marlene Merkes als Teilzeitkraft beim DRK-Kreisverband derzeit als einzige Mitarbeiterin für die Koordination der Mitarbeiter, Ehrenamtlichen und Projekte zuständig.

Merkes: "Die Arbeit mit den Flüchtlingen nimmt die Hälfte meiner Arbeitszeit in Anspruch." Weil das DRK damit rechnet, dass die Aufgaben in diesem Bereich weiter zunehmen, weil immer mehr Menschen von den Erstaufnahmeeinrichtungen auf die Gemeinden verteilt werden, will das DRK einen weiteren Mitarbeiter, vermutlich in Vollzeit, einstellen. Derzeit läuft die Bewerbungsphase. Gefördert wird die Stelle finanziell von den Vereinigten Volks- und Raiffeisenbanken.

Zu den Hilfestellungen, die das DRK mit seinem neuen Netzwerk anbietet, gehören Unterstützung bei Behördengängen, beim Lernen der deutschen Sprache, bei den Bemühungen um eine Arbeitserlaubnis, bei der Kontaktaufnahme zu Unternehmen, beim Ausfüllen von Anträgen, bei der Suche in der Kleiderkammer oder beim Besorgen von Einrichtungsgegenständen wie Möbeln oder Computern und der Einrichtung eines Internetzugangs.
Vor allem Letzteres ist wichtig für die Flüchtlinge — nicht nur bei der Jobsuche, weil viele Kontakte überwiegend über das Internet bestehen.

Ein Beispiel für die Integration in den Arbeitsmarkt gibt Marlene Merkes: "Zu mir kommt eine junge Frau, die in ihrer syrischen Heimat eine Ausbildung zur Hebamme gemacht hat."
Diesen Beruf könne sie hier in Deutschland zwar nicht ausüben, aber zum Beispiel könne sie nach der Absolvierung einiger Zusatzkurse in der Pflege eingesetzt werden, wo ein großer Personalbedarf bestehe.

Derzeit suchen rund 80 Menschen, die im Raum Wittlich oder in der Einheitsgemeinde Morbach leben, Hilfe beim DRK, Tendenz in den vergangenen Wochen steigend. "Wir rechnen aber damit, dass es noch mehr werden", sagt Marlene Merkes.

Das DRK sucht noch Dolmetscher für arabische Sprachen. Sie können sich von Montag- bis Donnerstagvormittag bei Marlene Merkes melden, per E-Mail an m.merkes@kv-bks-wil.drk.de oder unter Telefon 06571/697712.

Derzeit leben 1325 Asylsuchende im Kreis Bernkastel-Wittlich (Stand: 12. April). Diese Menschen waren zuerst in den Erstaufnahmeeinrichtungen untergebracht, wo sie maximal drei Monate nach ihrer Ankunft in Deutschland leben. Von dort werden die Asylsuchenden auf die Kommunen verteilt. Die Verteilung erfolgt nach einem Schlüssel, der sich an den Einwohnerzahlen der Kommunen orientiert. Im Kreis Bernkastel-Wittlich liegt diese Quote bei 2,8 Prozent der Einwohner (110?833 Menschen, Stand 31. Dezember 2012; Quelle: Statistisches Landesamt). Das entspricht rund 3100 Menschen. Die Kommunen sind für die Aufnahme, Unterbringung und Betreuung der Asylsuchenden zuständig. Das Land zahlt seit Januar den Kommunen für die Dauer des Asylverfahrens eine monatliche Pauschale von derzeit 848 Euro pro Asylsuchendem für alle Aufwendungen bezüglich Aufnahme, Unterbringung und Versorgung. Während der ersten drei Monate in Deutschland dürfen Asylsuchende nicht arbeiten, danach ist ihnen die Aufnahme einer Beschäftigung erlaubt.

Marlene Merkes (rechts) ist beim DRK im Netzwerk "Career" für die Betreuung und Integration von Flüchtlingen zuständig. Sie soll bald Unterstützung bekommen, weil die Zahl der Hilfesuchenden zunimmt. Foto: DRK

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