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Hilfe für Schwache und Bedürftige

Hilfe für Schwache und Bedürftige

Es gibt Menschen, die aus verschiedenen Gründen ihre Angelegenheiten nicht mehr alleine regeln können, möglicherweise aufgrund einer geistigen Verwirrung, einer Demenzerkrankung oder einer Behinderung. Sie brauchen Unterstützung bei der Erledigung ihrer Bankgeschäfte, der Verwaltung ihrer Rente oder der Organisation der Haushaltspflege beispielsweise durch eine Sozialstation. Diesen Menschen kann vom Amtsgericht ein Betreuer zur Seite gestellt werden, der diese Angelegenheiten rechtlich besorgt. Im Kirchenkreis Simmern-Trarbach gibt es dazu nun einen evangelischen Betreuungsverein.

Simmern-Trarbach. (dju) Im vergangenen Sommer war die Gründung, zum Jahreswechsel hat er die Arbeit aufgenommen, nun war in Simmern der offizielle Startschuss für den "Betreuungsverein der Diakonie des Evangelischen Kirchenkreises Simmern-Trarbach".

Und für die Evangelische Kirche im Rheinland schließt sich damit auch ein weißer Fleck. Denn Simmern-Trarbach war der letzte der 40 Kirchenkreise in der Landeskirche, in denen bisher kein evangelischer Betreuungsverein existierte.

"Menschen haben den verständlichen Wunsch, so lange wie möglich selbstständig zu bleiben. Doch wenn das mal nicht mehr möglich ist, dann ist es gut, dass es solche Betreuungsvereine gibt", meinte Superintendent Horst Hörpel (Ohlweiler) während der Feierstunde in den Räumen des Betreuungsvereins in Simmern.

Und Bernd Baumgarten, der Geschäftsführer des Diakonischen Werks der Kirchenkreise Simmern-Trarbach und Trier, betonte: "Hier geht es immer und im Besonderen um Schwache und Hilfsbedürftige, also um Menschen, die aus verschiedenen Gründen nicht oder nicht mehr für sich selbst sorgen und ihre Rechte wahrnehmen können. Diese Menschen brauchen unsere Hilfe."

Vor über einem Jahr begannen im Kirchenkreis Simmern-Trarbach die Überlegungen, einen solchen Betreuungsverein zu gründen, da viele der Auffassung waren, dass auch die Kirche mit ihrer Diakonie den Menschen in der Region ein solches Angebot machen müsste. Bereits im vergangenen Sommer wurde der Verein gegründet, Ende des Jahres wurde dann die Arbeit aufgenommen.

"Wir sind kein Konkurrenz-Verein, wir sagen auch nicht, wir können das besser als andere", hob Baumgarten hervor und bot allen anderen Betreuungsvereinen in der Region eine Zusammenarbeit an. Aber er wies auch darauf hin, dass durch die demografische Entwicklung der Gesellschaft die Zahl der erforderlichen Betreuungen wachsen wird. "Soziale Not und soziale Arbeit lassen sich in diesen schwierigen Zeiten nur gemeinsam schultern", so der Diakonie-Geschäftsführer mit Blick auf andere Betreuungsvereine.

Der neu gegründete Betreuungsverein soll die rechtliche Vertretung von hilfebedürftigen Menschen übernehmen. Außerdem sollen Menschen mit psychischen Erkrankungen sowie geistigen, seelischen oder körperlichen Beeinträchtigungen Begleitung und Beratung durch haupt- und ehrenamtliche Betreuer des Vereins erhalten. Der Verein ist zudem Fachberatungsstelle für Fragen rund um das Betreuungsrecht. Derzeit sind zwei Mitarbeiterinnen in der Geschäftsstelle im Erlenweg in Simmern beschäftigt.

Bernd Baumgarten: "Das, was unsere Kirche und unsere Diakonie hier tun, ist ein Dienst für alle Menschen im Hunsrück und an der Mittelmosel, egal, welcher Konfession sie angehören."

Info: Evangelischer Betreuungsverein, Erlenweg 14, 55469 Simmern, Telefon 06761/96798-50 oder -51, Mail: btv.simmern@diakoniehilft.de.