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Hilfe wird immer irgendwo gebraucht

Hilfe wird immer irgendwo gebraucht

SALMTAL. So genannte "Gutmenschen" sind auch nach der Tsunami-Katastrophe gefragt. Der Verein "Wir wollen helfen" sammelt weiterhin für Menschen in Not. Fast 4000 Euro sind für eine Schule in Kenia zusammen gekommen.

Es war das zweite Hilfsprojekt des jungen Vereins, der sich vor genau einem Jahr spontan nach der Tsunami-Katastrophe gegründet hatte und danach feststellte: Wir wollen weiterhin helfen. Mangel herrscht schließlich nicht nur dort, wo spektakuläre Fernsehberichte gedreht werden. Mangel herrscht zum Beispiel auch in Kenias Schulen. Eine davon ist die Bondeni-Primary-School in Kitale. Dort unterrichtet die Schwester von Rose Schmitt, einer Frau, die seit Jahren in Dörbach lebt und die den direkten Kontakt zu den Verantwortlichen der Schule hält. Denn das ist den Vereinsmitgliedern wichtig: Sie wenden sich mit ihrem Anliegen an die Schulen und Kindergärten des Umlandes und benötigen deshalb vertrauenswürdiges Anschauungsmaterial, das sie den Eltern, Kindern und dem Personal vorlegen können. Rasch habe sich herausgestellt, dass es in der Bondeni-Primary-School an vielem mangele, berichtet Randolf Kranz, Kassierer und Leiter des Kenia-Projektes. Nur in den höheren Klassen stehen den Schülern beispielsweise Tische und Bänke zur Verfügung. Die kleineren sitzen auf dem Boden. Die Toilettenanlagen entsprechen ganz und gar nicht europäischen Vorstellungen, und das Trinkwasser wird mittels eines alten Plastikbehälters aus dem schuleigenen Brunnen gezogen. Auch in der Küche, in der die Schüler das Mittagessen zubereiten, fehlt es an ordentlichem Gerät. Fenster würden ebenfalls gerne genommen: Die braucht man dort nicht gegen Kälte, aber gegen den teilweise heftigen Regen. Kindergärten und Schulen haben geholfen

Genau 3917 Euro haben die 33 meist sehr jungen Vereinsmitglieder gesammelt, ein Betrag, dessen Höhe alle überwältigt hat. Geholfen haben mit unterschiedlichen Projekten die Kindergärten von Salmtal, Plein, Greimerath und Bergweiler sowie die Grund- und die Regionale Schule Salmtal. Geholfen hat auch die Kreisverwaltung, die 250 Euro dazulegte - statt Weihnachtskarten zu schreiben. Der Betrag kommt komplett der kenianischen Schule zugute. Kranz: "Ausgaben wie zum Beispiel die Überweisungsgebühren übernimmt selbstverständlich der Verein." Was nun konkret in Kitale angeschafft wird, überlässt man den Verantwortlichen vor Ort. "Die wissen schließlich am besten, was gebraucht wird." Das notwendige Geld wird umgehend überwiesen, sobald Kostenvoranschläge oder Rechnungen in Salmtal vorliegen. So können alle Spender sicher sein, dass kein Schindluder mit ihrer Hilfsbereitschaft getrieben wird. Im Januar trifft sich der Verein "Wir wollen helfen" zur Vollversammlung. Auf Vorschläge für das nächste Hilfsprojekt darf man gespannt sein. Denn eines steht für den Verein fest: Irgendwo wird seine Hilfe sicher gebraucht.