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Hilfsbereite Menschen mit komischem Dialekt

Hilfsbereite Menschen mit komischem Dialekt

Zum vierten Mal sind Jugendliche aus aller Welt zu Gast bei Thalfanger Familien und in der Erbeskopf-Realschule plus. Ihr Ziel: Ein Zertifikat, das ihnen gute Kenntnisse der deutschen Sprache bescheinigt und ihnen so ein Studium in Deutschland ermöglicht.

Thalfang. In der Thalfanger Er- beskopf-Realschule plus trifft sich derzeit zum vierten Mal die Jugend der Welt. Denn 14 Jugendliche aus amerikanischen Ländern wie Chile oder den USA, aus Indonesien und aus europäischen Ländern wie Polen und Serbien, im Alter von 16 bis 18 Jahren möchten dort eine Abschlussqualifikation in Deutsch, die sogenannte B1-Prüfung, ablegen.
"Ich brauche den Abschluss, wenn ich in Deutschland studieren will", sagt Jose aus der Dominikanischen Republik. "Wir sind die einzige Schule in Deutschland, die den ausländischen Jugendlichen dieses Zertifikat anbietet", sagt Schulleiterin Sabine Becker.Deutsches Essen ist beliebt

Insgesamt leben seit September 2015 durch die Vermittlung der Organisation American Field-Service (Afs) 700 Schüler deutschlandweit in Gastfamilien, um die deutsche Sprache und die deutsche Kultur kennenzulernen. 100 von ihnen haben sich für einen zweiwöchigen Aufenthalt in Thalfang beworben. Jetzt werden die 14 Schüler, die in Thalfang angenommen worden sind, von Stephanie Kaiser von der Volkshochschule Wittlich auf die Prüfung vorbereitet. "Die jungen Leute arbeiten sehr fokussiert, sie haben keine Angst, zu fragen", sagt sie.
Bei der Frage, wie ihnen Thalfang gefällt, erhält man von den Jugendlichen zuerst ein kollektives Gelächter. "Es ist keine große Stadt, aber die Menschen sind sehr hilfsbereit", sagt Karol aus Polen. Zudem genießen die Schüler die Unterkunft bei ihren Gastfamilien. "Wenn wir im Hotel leben würden, würden wir die deutsche Kultur nicht kennenlernen", sagt Lucy aus Kanada. Dazu gehört auch die deutsche Art zu kochen. Simon aus Argentinien mag zwar das deutsche Essen, vermisst aber dennoch einen Burgerking oder ein McDonalds in Thalfang. Denn aus seinem Heimatland ist er mehr Rindfleisch als das hier üblichere Schweinefleisch gewöhnt. Lucy war vor ihrem Abstecher in Thalfang in einer Gastfamilie bei Berlin untergebracht.
"Hier gibt es nicht so viel Kartoffeln, sondern auch Nudeln und Reis", sagt Lucy aus Kanada. Das ungewohnte Hunsrücker Platt empfinden die Jugendlichen als "komisch", sagt Gabriel aus Chile. "Wir sind den Dialekt aus unseren bisherigen Gastfamilien gewöhnt, ich war vorher im Rheinland", sagt Jose.
Die Vermittlung der Gastfamilien läuft über die Hamburger Organisation American Field Service (Afs) "Es geht dabei um Frieden, um Brücken bauen zwischen den Kulturen, Völkern und Religionen", sagt Ulrike Dustert von Afs Hochwald. Die Organisation sorgt auch für ein Rahmenprogramm. Dazu gehört die Besichtigung der Thalfanger Hochwaldwerke und ein Ausflug nach Trier, sagt sie.
Weitere Infos gibt es im Internet unter www.afs.deExtra

Afs sucht immer wieder Gastfamilien, die bereit sind, ausländische Jugendliche aufzunehmen. Wer mitmachen will, kann sich unter Telefon 040/3992220 melden. cst