Hinter die Kulissen blicken

BERNKASTEL-WITTLICH. (red) Am Sonntag, dem 14. September, findet zum elften Mal der "Tag des offenen Denkmals" statt. Das Motto: "Tag des offenen Denkmals 2003" lautet "Geschichte hautnah: Wohnen im Baudenkmal".

Das Prinzip ist denkbar einfach: Einmal im Jahr Denkmäler öffnen, die sonst nicht allgemein zugänglich sind, und sie durch Führungen und bunte Rahmenprogramme "erlebbar" machen. Wie immer sind natürlich auch Denkmäler zu besichtigen, die nicht diesem Aspekt zugeordnet werden können. Im Kreis Bernkastel-Wittlich öffnen 18 Kulturdenkmäler: Historische Ölmühle, Bengel: 1856 erbaut, bis Anfang der 1960er Jahre in Betrieb; eine der wenigen erhaltenen Ölmühlen in Rheinland-Pfalz, 10-18 Uhr, Führungen stündlich. Wirtschaftsgebäude des Weingutes Prüm, Bernkastel-Kues-Wehlen, Uferallee 25-26: Historisches Wirtschaftsgebäude von 1923 mit original erhaltenem Dachstuhl, 10-18 Uhr. Wasserturm , Dhronecken: 1902 von der Königlich-Preußischen Eisenbahn errichteter Hochbehälter, bis 1970 in Betrieb als Wasserreservoir für die Versorgung von Dampflokomotiven, 10-18 Uhr. Führungen nach Bedarf, Bilderausstellung, Malwettbewerb. Großbachmühle , Enkirch: Im Großbachtal: Oberschlächtige Wassermühle. Getreidemühle von 1834 (heute wieder lauffähig). 10-17 Uhr, Führungen eventuell mit Mahlbetrieb. Maarmuseum Manderscheid, Wittlicher Straße 11: Ehemalige Turn- und Festhalle in stark expressionistisch beeinflussten Formen des Neuen Bauens, 1927/28 von Kreisbaumeister Johannes Vienken. 13-17 Uhr (50 Prozent Ermäßigung auf den Museumseintritt). Alte Dorfmühle mit heimatkundlicher Sammlung, Monzelfeld, Mühlenweg 2: Historische Dorfmühle mit funktionsfähigem Mahl- und Rüttelwerk; Ausstellung zu Ortsgeschichte, Flachsanbau und -verarbeitung; römische Grabfunde. 10-18Uhr, Führungen 11 und 15 Uhr. Schmausemühle , Morbach, Schmausemühle 2: Funktionstüchtige, von einem kleinen hölzernen Wasserrad angetriebene Ölmühle des 18. Jahrhunderts, romantisch im Tal gelegen, 10-18 Uhr, Führungen nach Bedarf, Brotbacken im steinernen Mühlenbackofen. Archäologiepark Belginum , Morbach-Wederath, Keltenstraße 2: Römisches Straßendorf mit Gräberfeld; keltisch-römische Grabungsstätte, Kulttheater, Tempelbezirke, römisches Militärlager, 10-18 Uhr, Führungen im Außenbereich (unter anderem Gräberfeld), 11 und 15 Uhr, freier Eintritt in die Sonderausstellung "Hatschi - Pollen-Blütenstaub in Medizin und Archäologie", Musik mit "An Erminig" im Außenbereich und "Grombierebrodscherdaach". Walholzkirche , Morbach-Weiperath: Im Wiesental zwischen den Ortsteilen Weiperath und Hunolstein gelegene gotische, 1760 erweiterte Kirche mit romanischem Turm. Besichtigung und Informationen 13-16 Uhr, 17 Uhr Konzert im Rahmen des Walholz-Konzert-Sommers. Rundweg "Römische Denkmäler", Neumagen-Dhron: Imposante spätantike Befestigungsanlage, deren Verlauf durch die noch sichtbaren Mauerreste angezeigt wird; Rundweg zu Repliken und verschiedenen Stationen, Führungen 11, 14 und 17 Uhr, Treffpunkt: Touristinformation, Hinterburg. Evangelische Pfarrkirche , Thalfang, Kirchgasse 4: Dreischiffige Pseudobasilika der erste Hälfte des 14. Jahrhunderts mit spätgotischem Chor; Stumm-Orgel von 1877/78, 9.30-22 Uhr, 11.30 Führung mit Erklärungen zur Orgel und Turmbesteigung, 10.30 Uhr Festgottesdienst, 12, 14, 16 und 18 Uhr Orgelmusik, 20 Uhr Orgelkonzert bei Kerzenschein. Schloss Veldenz , Veldenz: Stammburg der Grafen von Veldenz. Größte Burganlage der Mittelmosel mit Resten zweier durch Türme verstärkter Toranlagen sowie Wohngebäuden, 1107 bezeugt, 1680 zerstört, 15 Uhr Führung; die Veldenzer Ritter aktivieren die historische Steinschleuder, Kinderführung durch die Burg. Villa Romana , Veldenz, Hauptstraße 28: Ehemaliges Quereinhaus, bis 1888 katholisches Pfarrhaus, jetzt "Haus des Gastes", Massivbau mit Fachwerkgiebeln und Krüppelwalmdach von 1804; 1990/91 wurde im Keller einer römische Badeanlage mit Hypokaustenheizung freigelegt, 10-18 Uhr, Eintritt 1 Euro. Altes Rathaus , Wittlich, Neustraße: Renaissancebau mit ehemals offener Halle von 1652 mit barocken Zufügungen; Glasgemälde "Die apokalyptischen Reiter" von Georg Meisterman, 14-17 Uhr, Ausstellung "Werke von Georg Meistermann". Ehemalige Synagoge , Wittlich, Himmeroder Straße 44: Anspruchsvoller, von Jugenstilelementen geprägter Bau von 1910, größte in Rheinland-Pfalz erhaltene Synagoge, 14-17 Uhr, Dauerausstellung "Jüdisches Leben in Wittlich", Ausstellung "Georg Meistermann - Bücher, Kunstdrucke und Dokumente". Ehemalige Direktorenvilla ,Wittlich, Kalkturmstr. 36: Neuklassizistisches villenartiges Wohnhaus des Direktors der ehemaligen "Holzindustrie" von 1913/14, 10-17 Uhr, einstündige Führungen 10 und 14 Uhr. Wohnhäuschen eines Ackerbürgers, Wittlich, Oberstraße 20: Schmales dreigeschossiges Flurküchenhaus mit tonnengewölbtem Keller mit vorbildlich erhaltener innerer Struktur, 10-12, 14-18 Uhr, Führung nach Bedarf. Wohn- und Ökonomiegebäude , Wittlich, Oberstraße 44: Ehemaliges Gehöft mit Wohn- und Wirtschaftsteil unter gemeinsamem Dach und breitgelagerter Scheune, im Kern 17. Jahrhundert, 10-17 Uhr, Führungen 14 -16 Uhr.