HINTERGRUND

Landhaus Ebenhausen Im Landhaus Ebenhausen war früher eine Arztpraxis untergebracht. "Das Haus war ideal für uns, weil alles ebenerdig ist und die Zimmer sternförmig rund um den Gemeinschaftsraum angeordnet sind", erklärt Eva Hoffmann, die mit ihrem Pflegeteam für die Betreuung der WG'ler zuständig ist.

Auch der Besitzer des Hauses war sofort von dem ungewöhnlichen Vorhaben, eine Alten-WG zu eröffnen, begeistert und willigte ein, die Zimmer einzeln zu vermieten. Jeder Bewohner zahlt 250 Euro für sein Zimmer. Hinzu kommen 200 Euro, die auf ein gemeinsames Essenskonto gehen. Je nach Pflegestufe übernimmt die Krankenkasse die Kosten. Die Angehörigen müssen für die Leistungen der 24-Stunden-Betreuung noch einmal zwischen 800 und 900 Euro zahlen. Die Zimmer sind nach den Wünschen der Bewohner gestrichen und mit persönlichen Möbeln und Gegenständen eingerichtet. Oma Hilde hat beispielsweise ihr Hochzeitsschlafzimmer mitgebracht. Kein Pflegeheim Eine Alten-WG wie in Oberkleinich ist keine Einrichtung im Sinne des Heimgesetzes, sondern eine kollektive Wohnform von meist sechs bis acht alten Menschen, die als normale Mieter in einer geeigneten Wohnung zusammenleben. Die Mieter der WG lassen sich von einem selbst gewählten Pflegedienst versorgen. Einen Träger wie bei einem Pflegeheim gibt es nicht. Der Bewohner der Wohngemeinschaft schließt zwei Verträge ab: einen Mietvertrag mit dem Vermieter, der den Wohnraum stellt, und einen Pflegevertrag mit dem Pflegedienst. Die Pflege Das Pflegepersonal in Oberkleinich arbeitet in drei Schichten. Somit ist rund um die Uhr jemand im Haus. Auf sechs WG'ler kommt somit eine Pflegerin, in einem Altenheim teilen sich etwa 35 Bewohner eine Pflegerin. (dj)

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